Brigitte Woggon wollte eigentlich - wie sie selbst sagt - Psychoanalytikerin werden. Aber bei der Behandlung von stationären bzw. schwerstkranken Patienten, musste sie erkennen, dass die psychotherapeutischen Möglichkeiten oftmals leider wirkungslos waren. Dies brachte sie dann dazu, sich auf die medikamentöse Behandlung psychiatrischer Störungen zu konzentrieren.
Das hier vorliegende Buch befasst sich mit der ganzen Bandbreite medikamentöser Behandlungsformen:
In den einleitenden Kapiteln geht es um allgemeinere Fragen, z.B. wie man das beste Medikament findet oder welche Sicht Frau Woggon gegenüber den Krankheiten vertritt usw.
Der Hauptteil beschäftigt sich mit der Beschreibung der einzelnen Substanzen und Substanzgruppen. Einerseits geschieht das von der wissenschaftlich-pharmakologischen Seite her (Wirkungsprofil, Indikationen, Kinetik, Wechselwirkungen...), andererseits - und das unterscheidet dieses Buch von den meisten psychiatrischen Lehrbüchern und macht es deswegen äußerst wertvoll - schildert sie ihre eigenen Erfahrungen mit den jeweiligen Medikamenten. Hierbei kommt ihr natürlich ihre 30jährige Berufserfahrung zugute.
Die Schlusskapiteln beschäftigen sich dann noch mit einzelnen Themen wie Sexualität, Schmerzen, Sucht, Therapieresistenz usw.
Es wird natürlich schnell klar, dass Frau Woggon der Pharmakotherapie eher zugetan ist (vor allem bei Schwerkranken) als psychotherapeutischen Verfahren, allerdings spricht sie sich absolut für eine kombinative Behandlung der Krankheiten aus, auch wenn ihr persönlicher Schwerpunkt dabei bei der medikamentösen Therapie liegt.
Wie auch immer Ihre persönliche Sicht über die Ursache von psychischen Störungen aussehen mag bzw. auch welche Behandlungsform Sie bevorzugen, wenn Sie einen Überblick über die medikamentöse Therapie gewinnen wollen, so kann ich dieses Buch nur empfehlen!!!