Baedeker unterscheidet sich durch sein altes alphabetisches Konzept wesentlich von den meisten herkömmlichen Reiseführern.
Auf nur 6 Seiten werden Routenvorschläge angeboten.
Fährt man auf einer vorgeschlagenen Route, so kann man nicht einfach durch umblättern die Strecke weiterlesen. Zwei benachbarte Orte muss man sich im Buch auf weit auseinander liegenden A-Z Seiten suchen.
Hat man die Orte gefunden, sind die Randnotizen hilfreich um raschen Überblick im Text zu finden. Da steht dann alles was man braucht; nach der näheren Umgebung des Ortes ist Schluss. Nächstes Ziel: Wieder im Alphabet suchen...ziemlich unpraktisch und mühsam.
Das allgemeine Kapitel zu Land und Leuten, Natur, Kultur und Geschichte mit Hinweisen zu den speziellen Reisebedingungen in Neuseeland ist vergleichbar mit allen einschlägigen Reiseführern.
Schlecht für Selbstfahrer:
Die gelben Kästchen am Ende der Ortsbeschreibungen enthalten nur sehr spärliche Hinweise auf Infocenters, Unterkünfte, Lokale im Einzugsbereich der Orte. Campgrounds sind gar nicht berücksichtigt, Aktivitäten wenig.
Im Vergleich mit den Büchern von Dumont oder Iwanowski ist Baedeker keine Alternative, auch wenn man die neueste Ausgabe hat.
Die äußere Aufmachung ist sehr konservativ. Innen kommt mann zwar modisch peppig daher, das wichtigtuerische Layout trägt aber eher zu Verwirrung als zu besserer Übersichtlichkeit bei. Kaum eine Textseite, die man unabgelenkt von farbigen Kästchen mit <ultimativen Tipps> oder <Wussten Sie schon?> (was man nicht immer wissen muss) überschaubar lesen kann. Das steife Fotopapier ist unhandlich, ebenso die sperrigen sog. 3D Darstellungen. Das augenscheinlich besonders moderne ist nicht immer besser.