Ich muss den Rezesionen, die bei Amazon zu diesem Buch bereits gemacht wurden, Recht geben: Das Format ist relativ übersichtlich, das Informationsmaterial umfangreich und angenehm gestaltet und vor allem überzeugt die Einführung in Land und Leute. Es gibt zwar nur kleine Bilder, aber diese zeigen meist nur Typisches oder Originelles. Also ein gelungenes Buch? Das schon, aber kein überzeugender Reiseführer. Sollte sich jemand über die Insel(n) informieren wollen und möchte sich einen allgemeinen Überblick verschaffen, ist dieser Band ein richtiges Vergnügen.
Dennoch würde ich ihn niemals im Koffer oder Rucksack mitnehmen. Wie bei allen Baedeker-Reiseführern ist auch hier jede Seite auf Hochglanz grdruckt, um die schönen Farbilder zeigen zu können. Bei knappen 750 Seiten bekommt man da ein ganz schönes Gewicht zusammen! Sollte man sein Hotel noch nicht gebucht haben, bietet dieser Band nur wenig Auswahl. Es lohnt sich also, mal einen Blick auf die Internetseite des Tourismusverbands der Gegend zu werfen, die man sich ausgesucht hat.
Wie üblich fehlen aussagekräftige Auskünfte über Bus und Bahn. Es wird also angenommen, dass man dieses schöne Land mit dem Auto bereist. Doch auch die Routenvorschläge lassen zu wünschen übrig - es gibt nur sechs Routen, von denen die längste gerademal drei Tage dauert.
Wie schon erwähnt, ist der Reiseführer sehr umfangreich; das muss er schon sein, denn auch wenn Großbritannien nur eine relativ kleine Insel(ansammlung) ist, hat sie außergewöhnlich viel zu bieten. Betrachtet man den Baedeker Großbritannienführer genauer, fällt auf, dass er die wichtigsten historischen Städte und Stätten ausführlich behandelt und auf die großen Touristengegenden ausreichend eingeht. Dann gibt es aber auch Landstriche, die gar nicht oder nur kaum erwähnt werden. Vor allem die Städte zweiter und dritter Reihe, die einem das fremde Land soviel näher bringen können als die großen internationalen Metropolen, kommen viel zu kurz. Ist ja auch klar, denn sonst wäre der Reiseführer ja noch schwerer... das Problem ist offensichtlich!
Darum würde ich mir mit Hilfe dieses Reiseführers einen allgemeinen Überblick verschaffen und dann aber, nachdem ich mir einen Gegend ausgesucht habe, spezifischere Reiseführer anlegen.Besonders interessant sind hier die englisch sprachigen Reiseführer, da sie ja für Briten konzipiert worden sind, die ihr eigenes Land besser kennenlernen wollen. Vor allem der Rough Guide für England ist empfehlenswert und für Kunst- und Geschichtsliebhaber, die England mit dem Auto bereisen wollen, der Blue Guide England. Auch der Lonly Planet ist interessant, da er ja für US-amerikanische Rucksacktouristen konzipiert wurde, die ihren Wurzeln in England nachgehen möchten.
Dennoch finde ich den Baedeker für Großbritannien ein gelungenes Buch, das einem viele Anregungen geben und ein Fernweh nach der Insel vermitteln kann.