Badenheim. Ein Ort voller Sommerfrische. Wie jedes Jahr. Die Festspiele werden vorbereitet. Wie jedes Jahr. Die Gäste kommen. Wie jedes Jahr.
Doch dann wird alles anders, als das "Gesundheitsamt" Regeln erläßt, Verbote ausspricht. Der Ort wird abgeriegelt.
Wie die Gäste, der Hoteldirektor und der Festspielleiter das normale Leben fortsetzen ist beeindruckend. Appelfeld schildert den Versuch der Menschen sich den Geschehnissen zu entziehen sehr einfühlsam. Und der Leser hat das Gefühl, daß nur er weis, was mit den "Reisen nach Polen" gemeint ist. So wie Appelfeld die Aktivitäten des Gesundheitsamtes schildert, so scheinen auch die Menschen in Badenheim dies alles nur am Rande wahrzunehmen. Bis hin zum Ende des Buches, auf das Appelfeld sehr gezielt zusteuert. Bis das grausame Ende Wirklichkeit wird, und die Menschen in Badenheim die Realität erkennen müssen.
Appelfeld schildert den Holocaust in seinem Buch nicht direkt. Aber gerade das, und das Wissen des Lesers, machen ihn in diesem Buch unheimlich deutlich.