Country wird gerade in der heutigen Zeit oft belächelt. Zu kommerziell wären die Texte, die Instrumente zu altertümlich. Wenn man jedoch gute Gitarrenmusik und auch Balladen mag, wird man erstaunt sein, welche Schätze man bei Amazon mit etwas Geduld finden kann. Genauso ging es mir auch. Obwohl ich nicht unbedingt der Country-Fan schlechthin bin, hat mich diese Band doch sehr überrascht.
Die Texte sind oft sehr melancholisch und handeln meistens von Alkoholexzessen, Lebensrückblicken, Einsamkeit und verflossener Liebe. Partysongs wären augrund der rauchigen, Bourbon getränkten Stimme des Sängers Chad Price auch recht unpassend. Oft wird der Gesang nur von einer Akkusikgitarre begleitet, was den sentimetalen Charakter der Songs noch mehr unterstreicht. Aber auch "old-school" Country-Instrumente wie z.B. Banjo und Slide Guitar kommen öfter mal zum Einsatz. Jedoch passen diese auch in die entsprechenden Stellen und wirken keineswegs gezwungen. Drag The River hebt sich stark vom konservativen Country ab, was nicht zuletzt an der Mischung aus Country und Southern Rock liegt. Auch der Frontmann mit großem Wiedererkennungswert trägt dazu bei. Ich finde, der Band sind mit "Bad At Breaking Up" und "Closed" ihre besten Alben gelungen. Jedoch sind auch alle anderen Werke lohnenswert. Selbst die zwei Demo-Sammlungen wissen durch den bandeigenen Charakter zu überzeugen.
Fazit: Für Leute, die gitarrenlastige, melancholische Musik mögen und Stücke zum entspannen suchen, finden mit Drag The River genau das Richtige. Auch wenn man Country generell vielleicht nicht sonderlich mag, so sollte man, sofern man in die oben genannte Kategorie fällt, in eines der Alben reinhören. Einige werden überrascht sein...
Bei Songs wie "J.J' Drivin'", "This Star" und "Jeff Black Song" wird man quasi dazu gezwungen eine Kerze anzuzünden und eine Flasche Bourbon zu öffnen..;)