Um es gleich vorweg zu sagen: Dieser Film mutet dem Zuschauer einiges zu.
Harvey Keitel spielt den korrupten und drogensüchtigen Polizisten, der in der Aufklärung des Falls einer bestialisch vergewaltigten Nonne die letzte Chance sieht, seinem Leben einen Sinn zu geben.
Zunächst geht es ihm jedoch nur um die von der Mafia ausgesetzten 50.000 Dollar Kopfgeld, denn seine Wettleidenschaft hat ihn auch finanziell an den Abgrund gebracht.
Die Darstellung von Harvey Keitel gehört sicher zu den besten, in der Geschichte des Kinos. Man sieht zu, wie er immer näher an den Abgrund kommt. Dabei konsumiert er so ziemlich alles, was es an Drogen gibt und versorgt die Dealer selbst mit beschlagnahmtem Stoff. Er schwankt zwischen Selbstmitleid und äußerster Härte gegen sich und andere. Szenen wie der Schuß in das Autoradio, aus dem gerade eine für ihn sehr schlechte Nachricht kam, sind exemplarisch.
Das Zusammentreffen mit der Nonne, die den Tätern vergeben hat, führt zu einer Wendung.
Einer der Höhepunkte des Films ist die Szene, wo er den vom Kreuz gestiegenen Jesus sieht. Auch er möchte nun einen Teil der Sünden der Welt auf sich nehmen und für seine Taten büssen und dies bringt ihn zu der entscheidenden Tat. Das Motiv von Schuld und Sühne, wie man ähnlich auch in Scorseses Taxidriver findet.
Der Film ist allerdings nichts für empfindliche Gemüter, da einige Szenen, darunter die Vergewaltigung, sehr brutal dargestellt sind.
Sicherlich ein bei aller Brutalität nachdenklicher Film mit einer Spitzenleistung von Harvey Keitel.
Der Sound der DVD wird zwar auf der Hülle als Dolby Digital 5.1 angegeben, davon ist allerdings nichts zu spüren.
Leider fehlt auch die Originalversion, es gibt nur eine, die deutsche Tonspur. Extras sucht man leider auch vergeblich. Gerade bei einem Film mit einer solchen Botschaft, wäre ein Kommentar von Abel Ferrara wünschenswert.
Dennoch: es gibt von der Bild- und Tonqualität sicher keine Alternative.