Frank Miller! Dieser Name steht in der Comicbranche für Donnerhall. Nicht umsonst hat er gefeierte Werke wie Sin City, Batman: The Dark Knight Returns, 300 und Elektra: Assassin geschrieben und ist für seine Arbeit bei Daredevil berühmt geworden.
Für Bad Boy hat er sich mit Simon Lobo" Bisley zusammengetan und ein sehr symbolträchtiges Werk vorgelegt.
Es handelt von einem Jungen, der in der Welt der Erwachsenen seinen Weg sucht und lernen muss, die Welt mit eigenen Augen zu sehen, wahrzunehmen und die Welt nicht so zu betrachten, wie man es ihm seitens der Erwachsenen, die eine perfekte Welt generieren wollen, vorgaukelt.
Frank Miller bedient sich in seiner Graphic Novel zahlreicher Symbole aus der Literatur. Jasons Katze, die kurioserweise auf den Namen Adolf hört, flüstert Jason immer wieder mehr oder weniger kryptische Botschaften zu und steht ähnlich wie in zahlreichen Short Stories für die Hoffnung. Sie überlebt ohne die Unterstützung der Erwachsenen und steht so auch für Unabhängigkeit.
Jasons Schmacht nach einer Zigarette steht dafür, Dinge auszuprobieren, die einem Jungen eigentlich nicht zukommen und auch schädlich für ihn sein können. Dennoch muss und soll er diese Erfahrungen selbst machen.
Natürlich kommt Miller nicht am Thema Sexualität vorbei, die Jason entdeckt, als er seine Ärztin sieht. Ich denke, jeder, der sich noch an seine ersten sexuellen Erfahrungen erinnern kann, kann sich in dieser intensiv geschilderten Szene auf die eine oder andere Art und Weise wieder finden.
Der Sprung an sich zeigt Jason nicht nur seinen eigenen Weg, sondern verschafft Jason auch Freiheit. Das Paar, das ihn findet, stellen seine Wahleltern dar, bei denen er nicht bleiben muss, sondern bleiben kann, solange er möchte. Der Mann bietet ihm sogar seine ersehnte Zigarette an und erklärt ihm, dass es eigentlich nicht gut ist zu rauchen. Er drängt ihm also keine Entscheidung auf, sondern gibt ihm eine Wahl, deren endgültigen Ausgang der Leser nicht erfährt.
Natürlich ist die vorliegende Graphic Novel auch ein Aufruf an die Eltern, ihren Kindern freien Lauf zu lassen, eigene Grenzen selbst auszutesten und nicht vorzugeben sowie die Welt so zu gestalten, wie es den Kindern passt.
Frank Miller wirbt hierfür natürlich nicht mit feinen Tönen, sondern schreit mit seinem Comic förmlich seine Botschaft heraus.
Hierbei wird er von einem begnadeten Simon Bisley unterstützt, der den Charakteren fast schon überzeichnete Emotionen in die Gesichter zaubert. Aber gerade diese scheinbare Überzeichnung arbeitet Millers Schrei nach Freiheit für Kinder heraus.
Panini hat dieses Werk als Hardcover Album im DIN A 4 Format veröffentlicht, das Bisleys Artwork den erforderlichen Raum gibt und so noch verstärkt.
Diese Graphic Novel gehört nicht nur in die Sammlung der Miller Fans, sondern in jede Sammlung.