...das neue Album der Backyard Babies. Gespannt war ich schon, da ich gelesen hatte, dass es wieder dreckiger und härter zur Sache gehen soll. Nun, das stimmt, wenn auch nur bedingt. Doch der Reihe nach. 1998 brachte die Band ihr Album "Total 13" heraus, was die reinste Offenbarung im Genre des Action Rocks war. Dort fand man 13 rotzige, energiegeladene Songs für die Ewigkeit, und es war klar, dass die Band es höchstwahrscheinlich nicht schaffen kann, dieses Meisterwerk zu überbieten. Tja, so war es dann auch. Der Nachfolger "Making Enemies Is Good" war zweifelsohne sehr gut, aber die ungestüme Dreckigkeit fehlte schon etwas, und auf dem Nachfolger "Stockholm Syndrome" ging es noch einen Hauch glatter zu Werke. Dennoch war auch jenes Album wirklich gut. Doch dann kam "People Like People Like People Like Us", was alte Fans wie mich durchaus vergraulen konnte. Aalglatt, völlig harmlos und ohne zündende Songs. Ich hatte die Babies danach eigentlich schon abgeschrieben, aber dennoch habe ich mir das neue, selbstbetitelte Werk zugelegt. Zum Glück geht es wieder einen Schritt zurück in die richtige Richtung. Zwar startet es verhalten und ich befürchtete schon, dass sich das People...-Desaster wiederholen könnte, aber das Album nimmt ab der Mitte Fahrt auf, und mit "Nomadic" oder "Idiots" finden sich auch echte Hits. Manchmal haben die Songs auch Social-Distortion-Schlagseite, wie etwa "Back On The Juice", was ich durchaus gut finde, da es sich bei S.D. um meine Lieblingsband handelt. Natürlich können die Babies mit jenem Lied nicht an deren Klasse heranreichen, aber das ist eh unmöglich.
Fazit: "Backyard Babies" ist ein gutes Album geworden, welches aber noch meilenweit von "Total 13" entfernt ist. Wahrscheinlich wird die Band auch nie wieder dahin zurückkehren, damit muss man sich eben abfinden.