Als langjähriger eingefleischter Fan von AC/DC fragt ich mich wer eigentlich die Verantwortung bei der Zusammenstellung solcher Veröffentlichungen trägt?
So einfach der Sound bei AC/DC gestrickt ist so kompliziert macht man es bei den Veröffentlichungen bzw. Wiederveröffentlichungen.
Wieso zum (Pleite)-Geier muss man in der abgespeckten Box-Version eigentlich auf das Circus-Krone Konzert in München verzichten und wieso wird die erste CD auch auf 12 Songs "eingedampft" gegenüber der teuren und auf angeblich weltweit 50.000 Stk. limitierten Luxus-Variante? Weil sich weltweit maximal nur 50.000 Fans für ein komplettes Set interessieren könnten?
Wer denkt sich denn bitte so etwas aus? Als Fan kann man sich da nur mit Grausen abwenden, abwarten und irgendwann wird es den kompletten Kram sowieso normal zu kaufen geben.
Diese Box ist in dieser Variante nicht empfehlenswert, wenn man seine Sammlung komplett haben möchte. Einfach nur enttäuschend.
Nachtrag zur 2. CD "Live-Rarities":
Inzwischen hab ich mir mal die 2. CD mit den so genannten Live-Raritäten, beim Dealer meines Vertrauens, angehört. Was ich da gehört habe hat mich nicht unbedingt vom Hocker gehauen. Als Raritäten kann man bestenfalls Songs nennen die es bisher noch nie in dieser Form (live) zu hören gab. So gesehen fallen da schon mal die Hälfte der Songs aus dem Kriterium für echte Raritäten. Vor allem wenn man bedenkt, dass es viel bessere Aufnahmen von vielen dieser Songs, auch schon veröffentlicht, gibt.
Wer Live-Aufnahmen mit Brian Johnson hören möchte greift besser zur AC/DC Live aus dem Jahre 92, weil da vor allem die Qualität der Aufnahmen stimmt. Besonders grausam finde ich die auf Backtracks zu findende Version von "Jailbreak". Zwischen Minute 6:36 und 9:32 gibts da nichts weiter zu hören als ein Schlagzeug mit lauer Publikumsreaktion (scheinbar auf den Angus-Strip) was ein mehrmaliges Hören fast schon ausschließt. Nicht einmal die 2000er Aufnahme von "Save in NY City" kann qualitativ überzeugen. Wahrscheinlich ist das sogar so gewollt um die älteren Aufnahmen nicht zu alt wirken zu lassen. Bei den Songs mit Bon Scott wird denn auch ein wenig getrickst um die schlechte Aufnahmequalität zu kaschieren. Hier und da wird mit Overdub's ein Publikum vorgegaukelt, was so definitiv nicht anwesend war. Sehr schön am Anfang von "Dirty Deeds" und "Dog Eat Dog" zu hören. Insgesamt wirkt das alles sowieso nur zusammengeklatscht weil man in dieser Form keinerlei Live-Atmosphäre bekommt im Gegensatz zu herkömmlichen und ordentlich produzierten Live-Alben.
Wenn man unter Rarität also mittelprächtige bis schlechte Qualität von alten Aufnahmen versteht, dann ist man natürlich absolut voll bedient.
Ich bin allerdings der Meinung das es dafür keine teure Box braucht, um solche Live-Aufnahmen unter das Volk zu bringen. Wozu gibt es denn Singles und Maxi's, oder wie der ganze Kram heißt, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen? Da gehört so etwas viel eher hin.
An der Wertung ändert sich für mich damit nichts. Man kann sich die Box schenken und im höchsten Fall schenken lassen oder warten bis der "Kuchen" in den richtigen Portionen günstig verfügbar ist...und dann dazu einen schönen kalten Kaffee!