Ja, natürlich: Das neue PJ-Album "Backspacer" ist gut geworden, in sich geschlossen, bündig, kompakt...
Das Albumcover lässt den Aufbruch in eine neue Ära mit Vedder und Co. vermuten...
Aber ist das wirklich das beste Album der Band seit "Ten" UND ist "Ten" überhaupt noch ein aussagekräftiges und gerechtes Maß an dem man die authentischen Herzblutrocker messen kann?
Ich weiß es nicht. Mehr noch: Ich glaube es nicht!
Ich kann nicht verstehen, warum die halbe Musikwelt auf einmal so tut, als ob Pearl Jam zwischen "Ten" und "Backspacer" so gut wie nichts zustande gebracht hätte...
Sind nicht gerade "Vs." oder z.B. "No Code" oder "Riot Act" oder "Pearl Jam" nicht genauso - ja wenn nicht gar - noch beachtenswertere Größen am Horizont der PJ-Chronologie??
OK, ja klar: "Backspacer" ist insgesamt durchwegs solide und hat mit "The Fixer" und "Just Breathe" sogar zwei Nummern mit Langbestandsgarantie aufzuweisen...
Aber von Pearl Jam habe ich mir ehrlich gesagt auch nichts schlechteres erwartet.
Ein bisschen unangenehm finde ich den künstlichen Hype (der irgendwie so ganz und gar nicht zum Image der Band passt) um den PJ-Neuling, und das allzu jugendliche Albumcover auf der Verpackung der neuen Scheibe. Das erinnert farbmäßig ein wenig an "Americana", das seinerzeit "The Offspring" - zumindest kurzzeitig - in den Rock-Himmel katapultiert hat (schlechter Vergleich, ich weiß!).
Mag sein, dass Jugendliche vielleicht deshalb eher dazu neigen, zu dieser Platte zu greifen. Leute, die einfach gute Musik mögen, würden die Scheibe wohl auch dann nehmen, wenn's in einem schlichten braunen Karton untergebracht wäre...
Fazit: Gelungen - keine Frage! Gleichzeitig aber auch nicht besser als das, was man von den Seattlern gewohnt ist.
Ich halte 4 Sterne deshalb auch für eine faire Bewertung!