AC/DC's Back in Black war die erste LP, die ich mir bewusst kaufte. Gut, vorher gab's ein paar Singles von Abba o.ä., und mein Onkel hatte mir "The Wall" geschenkt, der mich damals noch überforderte. Doch als ich die pechschwarze LP mit dem griffigen AC/DC Logo im Laden sah und mir das düstre "Hells Bells" und das wilde "You Shook Me All Night Long" anhörte, das war Liebe auf den ersten Blick. Von da an verbrachte ich Jahre mit Malen des AC/DC-Logos auf Mathe-Hefte und schrotten meiner kleinen Lautsprecher mit "Back in Black".
Doch man wird älter und reifer und fühlt sich irgendwann zu erwachsen für Männer, die mit überschnappender Kopfstimme kreischen. Irgendwann war meine LP dann auch zu zerkratzt, um noch Spass zu machen. So verschwand "Back in Black" in der Versenkung.
Aber ich schwör's, jedesmal, wenn ich AC/DC im Radio oder als Kino-Abspann-Musik hörte, wusste ich, dass ich diese CD nochmal brauche. Da traf es sich gut, dass jetzt eine exzellent "remasterte" Neuauflage raus ist. Musste ich haben.
Tatsächlich, die Platte ist so gut, so brachial wie vor 20 Jahren, mit praktisch keinen Schwächen. Und, was ich damals nicht wusste, die Platte ist - so man keine Knöllchenangst hat - perfekte Auto-Musik.
Die CD startet mit "Hells Bells", ein finsterer Song, der damals das nächste zu Marilyn Manson war. Das Intro jagt immer noch Schauer über meinen Rücken. Natürlich gibt es neben den Klassikern wie "Back in Black" und "You Shook Me All Night Long" auch ein paar weniger gelungene Titel wie "Let Me Put My Love Into You", ein toller Titel, der von einem grausig unbegabt vorgetragenen Refrain zerstört wird (AC/DC sollte nicht versuchen, zweistimmig zu singen), doch insgesamt ist die CD immer noch sehr hörenswert. Mich erstaunt, wie frisch und jung sie immer noch rüberkommt - die meiste Musik aus den frühen Achzigern wirkt im Vergleich zu heute recht angestaubt. An dieser Frische hat sicher auch die neue Abmischung ihren Anteil, die für klare, präzise ortbare Instrumente sorgt.