Dieses 99er Album von Van Morrison fügt sich nahtlos ein die Reihe (zumeist) erstklassiger Veröffentlichungen, die der Ire seit nunmehr rund 30 Jahren in schöner Unregelmäßigkeit auf den Plattenmarkt wirft. Insofern ist der Titel "Back on Top" einigermaßen unpassend, war "Van the Man" doch nie wirklich weg von der Spitze.
Dargeboten wird auf "Back on Top" die gewohnte Mischung aus Blues, R'n'B, Soul und Jazz, wobei diese Einflüsse zu einem unverkennbaren Stil verschmelzen. Von dem temporeichen Opener sollte man sich nicht täuschen lassen, der musikalische Schwerpunkt liegt eher auf Nummern im Mid- und Slow-Tempo-Bereich, von mal romantisch-verträumter, mal melancholisch-nachdenklicher Stimmung. Aufgelockert wird das Ganze durch flottere Nummern wie das bereits angesprochene "Goin' down Geneva", "New Biography" oder "Precious Time". Wie üblich umgibt sich Van Morrison auch auf dieser Scheibe ausschließlich mit erstklassigen Begleitmusikern, wobei der Gesamtsound wesentlich geprägt wird von der wundervollen Hammond-Organ Geraint Watkins', während speziell bei den ruhigeren Stücken die geschmackvollen Streicherarrangements von Fiachra Trench zu gefallen wissen. Die Stimme des Meisters selbst zu loben, schenke ich mir, denn das hieße ohnehin bloß, Eulen nach Athen zu tragen.
Beim Hören dieser rundum makellosen Scheibe kommt einem schon mal die Frage in den Sinn, woher dieser Mann nach all den Jahren immer wieder neue Ideen für wirklich erstklassige Songs nimmt. Zugegeben, bei "Back on Top" handelt es sich nicht um ein erneutes Jahrhundertwerk wie "Astral Weeks" oder "Veedon Fleece", aber selbst ein unbestrittenes musikalisches Genie wie Morrison kann solche Platten nicht am Fließband produzieren. Und wenn die Titel auf dieser CD keine musikalische Revolution darstellen, so zeigt dies im Grunde nur, daß ein Van Morrison es schon lange nicht mehr nötig hat, sich neu erfinden zu müssen.