VORWORT:
Kurz nach Freddie Mercurys Tod, im Jahre 1991, wurde ich auf die Band Queen aufmerksam und - wenig später zum Fan. So wurde ich, auch dank der fantastischen Videos der Band, auf diesen gelockten Gitarrero aufmerksam der, meistens mit einem sympatischen Lächeln im Gesicht, die unglaublichsten Solis zauberte. So wundert es im nachhinein nicht, das ich mir im Jahr 1993 "Back to the Light" auf MC (für ahnungslose: Musikkassete) kaufte, und mir dieses Solodebüt wieder und wieder anhörte. Nach inzwischen 16 Jahren kann ich das auch heute noch bedenkenlos tun, wobei auch mir ein paar Sachen aufgefallen sind.
Brian ist durchaus ein passabler Sänger, das bewies er ja auch schon während der Queen-Zeit in der er u.a. den passenden Einstieg in "Who Wants To Live Forever" vortrug bis Freddie in ablöste und natürlich in den glorreichen 70ern, auf Platten wie "A Night At The Opera". Nun ist seine Stimme auf Dauer allerdings ein wenig anstrengend da sie dünn und sägend wirkt, sobald die höheren Passagen erreicht werden. Dennoch finde ich das es weitaus schlimmere Sänger gibt und man Brian zu Gute heißen muß das er ja eigentlich "nur" ein Gitarrist ist. Darüber hinaus hört sich das Album teilweise wie ein Flickenteppich an.
ALBUM:
"The Dark" stammt, meines Wissens aus dem Jahr 1980 und gibt dennoch einen hervorragenden Einstieg in die Musikwelt des Brian May. "Back to the Light" überzeugt mit viel Gefühl und den, im späteren Verlauf der Scheibe noch oft gehörten Chören, die man ja auch aus der Queen-Zeit kennt. Richtig gut und fetzig wird es dann mit "Love Token" und "Resurrection". Fantastische Solis und starke Riffs. Dazu noch ein fettes Schlagzeug von Cozy Powell (R.I.P.)
Es folgt die Ballade die mich damals dazu brachte, mir das Album zu kaufen - "Too Much Love Will Kill You". Steinigt mich von mir aus, aber obwohl ich ein riesen Fan von Freddie bin, finde ich DIESE Version (vom Urheber) weitaus besser als die spätere Neuauflage auf "Made in Heaven", mit Freddie am Mikro. Dieser Song ist wirklich ergreifend gesungen und der Sound bringt alles auf den Punkt. Nun folgt der wohl bekannteste Song der Platte - "Driven By You". Ein "Gute-Laune-Rocker" der mal wieder unterstreicht, das Brian durchaus auch Solo überzeugen kann. Für "Nothin' But Blue" holte sich der "Daniel Düsentrieb" von Queen auch seinen Ex-Kollegen, John Deacon mit ins Boot, der Ihn hier am Bass unterstützt und so ein tief trauriges Stück Musik ensteht. Jetzt wird die Luft allmählich dünner. "I'm Scared" kann mich nach all den Jahren immer noch nicht überzeugen und zwingt mich meistens dazu die Skip-Taste zu drücken. Rockt zwar ganz ordentlich aber es klingt mir zu unausgegoren und wirr. "Last Horizon" ist ein fantastisches Instrumental mit gefühlvollem Spiel und wirkt sehr emotional.
Nun könnte das Album mit dem folkigen "Let Your Heart Rule Your Head" abgeschlossen werden. Es wäre ein netter Ausklang gewesen, doch dann folgt mit "Just One Life" noch eine Ballade die nicht unbedingt hätte sein müssen und zum Finale, das an "Foxy Lady" erinnernde "Rollin'' Over". Durchaus hörbar doch wie gesagt, zu sehr an Hendrix erinnernd.
F A Z I T:
"Back To The Light" war nach der EP "Starfleet Project" (u.a. mit Eddie Van Halen) das erste Soloalbum vom Ex-Queen Gitarristen. Es überzeugt durch guten alten Rock der durch allerlei Chöre bombastisch und groß wirkt. Auf der anderen Seite gibt es auch gute Momente der eher stillen Töne. Im Großen und Ganzen ist die Produktion gelungen, wenn man die einzelnen Songs hört. Andererseits
wirkt die Platte soundtechnisch ziemlich merkwürdig, da einige Songs aus verschiedenen Jahren stammen. Letztlich gebe ich jedoch eine klare Kaufempfehlung für dieses Album. Allen, denen harmonische Rockmusik mit fetten Riffs und wahnsinnigen Solis gefallen, dürften an Brians Soloplatte Ihre helle Freude haben.