Aus der Amazon.de-Redaktion
Genervt von den Strapazen des Alltags und den ständig steigenden Verlusten, beginnt Harley, gleichsam seine eigenen Worte vor seinem Gesicht schweben zu sehen. Dabei gelingt es O'Dell, Harley sowohl brutal als auch entschuldbar und reflektierend darzustellen: "Ich lag da bis zum Morgengrauen und dachte über Dad nach; ich verspürte die gleiche unnütze Frustration wie damals, als ich das erste Mal sah, wie er auf eine strahlend weiße, frische Schneeverwehung pisste."
Aber diese feinen Nuancen sind bald vorüber, weshalb Back Roads droht, eine überladene Angelegenheit zu werden, stark emotional mit einer achterbahnmäßigen Entwicklung. Harleys Zorn entwickelt sich zu einem geradezu blutgierigen Verlangen nach seiner sexy, nicht mehr ganz jungen Nachbarin, was eine Unzahl verbotener Familiengeheimnisse lüftet. So stellt sich heraus, dass Misty die ganze Zeit über irgendetwas verborgen hat. Amber rebelliert, und sogar Jodys Kritzeleien werden zunehmend bösartig. Obwohl der Stil durchweg gut ist, erscheinen Spannung und Handlung beinahe pubertär -- eine Verbindung aus gewaltgeprägter sexueller Leidenschaft und beißender Düsterkeit. Glücklicherweise bleibt jedoch O'Dells selbstsicheres und rührendes Porträt ihres Protagonisten davon unbeschadet. Man wird den glücklosen, vom Schicksal verfolgten Harley Altmyer im Gedächtnis behalten, lange nachdem seine turbulente Geschichte vorüber ist. Und unabhängig davon, wie der Richter entscheidet, erscheint es plausibel, warum dieser verarmte, zornige junge Mann wahrscheinlich der Unschuldigste von allen war. --Jean Lenihan
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This first novel opens well. O'Dell does an impeccable job of making Harley both brutal and forgivable but Back Roads risks becoming an overabundant affair, pitched high, with a roller-coaster trajectory. Harley' s anger metamorphoses into an almost bloodthirsty lust for his sexy, middle-aged neighbour, which stirs up myriad forbidden family secrets. Misty, it turns out, has been hiding something. Amber revolts. And even Jody's scribbles turn malevolent. While the writing is good throughout, the tension and plotting assume an unpleasant adolescent posture--bodice-ripping passion and mordant gloom combined. Nonetheless, O'Dell's assured and touching portrait of her protagonist emerges unscathed. You will likely remember luckless, fated Harley Altmyer long after his tsunamic tale has receded. --Jean Lenihan, Amazon.com








