Aus der Amazon.de-Redaktion
Tawni O'Dells
Back Roads spielt im "schönen, zerfallenen" westlichen Pennsylvania, zwischen billigen "Eat'n'Parks"- und "Lick'n'Putts"-Fastfoodläden und erzählt die Geschichte des Harley Altmyer, der ein zorniges, selbstbewusstes Leben auf dem schmalen Grat zwischen Kriminalität und Unschuld führt. Warum wird er von den Behörden festgehalten und worüber ist er so wütend? Vor nicht allzu langer Zeit hatte seine Mutter seinen Vater umgebracht und wanderte dafür lebenslänglich hinter Gitter. Sein Vater war ein prügelnder, hoffnungsloser Mann gewesen. Und jetzt hat er auch noch die Verantwortung für seine drei jüngeren Schwestern. Diese nerven ihn jedoch so sehr, dass er sich beispielsweise vorstellt, sie heftig ins Gesicht zu schlagen, bis sie "blutige Käsemakkaroni spucken". Aber Harley hat noch ein Gewissen -- gerade noch. Er würde seine Schwestern niemals wirklich schlagen; versucht er doch schließlich, sie zu beschützen. Die älteste, die freche 16-jährige Amber, wird von den Jungs aus der Stadt auf der Wohnzimmercouch missbraucht. Die erschreckend stoische 12-jährige Misty hat Augen so "gläsern braun wie eine Medizinflasche". Die Jüngste, die hinreißende Jody, schreibt mit ihren sechs Jahren Listen, was erledigt werden muss, mit Eintragungen wie "Für Daddys Sehle beten".
Genervt von den Strapazen des Alltags und den ständig steigenden Verlusten, beginnt Harley, gleichsam seine eigenen Worte vor seinem Gesicht schweben zu sehen. Dabei gelingt es O'Dell, Harley sowohl brutal als auch entschuldbar und reflektierend darzustellen: "Ich lag da bis zum Morgengrauen und dachte über Dad nach; ich verspürte die gleiche unnütze Frustration wie damals, als ich das erste Mal sah, wie er auf eine strahlend weiße, frische Schneeverwehung pisste."
Aber diese feinen Nuancen sind bald vorüber, weshalb Back Roads droht, eine überladene Angelegenheit zu werden, stark emotional mit einer achterbahnmäßigen Entwicklung. Harleys Zorn entwickelt sich zu einem geradezu blutgierigen Verlangen nach seiner sexy, nicht mehr ganz jungen Nachbarin, was eine Unzahl verbotener Familiengeheimnisse lüftet. So stellt sich heraus, dass Misty die ganze Zeit über irgendetwas verborgen hat. Amber rebelliert, und sogar Jodys Kritzeleien werden zunehmend bösartig. Obwohl der Stil durchweg gut ist, erscheinen Spannung und Handlung beinahe pubertär -- eine Verbindung aus gewaltgeprägter sexueller Leidenschaft und beißender Düsterkeit. Glücklicherweise bleibt jedoch O'Dells selbstsicheres und rührendes Porträt ihres Protagonisten davon unbeschadet. Man wird den glücklosen, vom Schicksal verfolgten Harley Altmyer im Gedächtnis behalten, lange nachdem seine turbulente Geschichte vorüber ist. Und unabhängig davon, wie der Richter entscheidet, erscheint es plausibel, warum dieser verarmte, zornige junge Mann wahrscheinlich der Unschuldigste von allen war. --Jean Lenihan
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Not since SE Hinton (The Outsiders) has a female novelist penned such a tough and titillating portrait of lower-class, crime-ridden manhood than Tawni O'Dell in
Back Roads. Set in "beautiful, ruined" western Pennsylvania, amid Eat n' Parks and Lick n' Putts, the novel follows Harley Altmyer as he walks a raging, self-conscious line between crime and innocence. Why is he being held by the authorities, and what's he so mad about? In the recent past, it's his mother, who murdered his father and went to jail for life. In the far past, it's Dad himself: an abusive, hopeless man. In the present, it's the responsibility for h is three younger sisters, which makes him fantasize about smashing their faces in until they "spit up bloody macaroni and cheese".
This first novel opens well. O'Dell does an impeccable job of making Harley both brutal and forgivable but Back Roads risks becoming an overabundant affair, pitched high, with a roller-coaster trajectory. Harley' s anger metamorphoses into an almost bloodthirsty lust for his sexy, middle-aged neighbour, which stirs up myriad forbidden family secrets. Misty, it turns out, has been hiding something. Amber revolts. And even Jody's scribbles turn malevolent. While the writing is good throughout, the tension and plotting assume an unpleasant adolescent posture--bodice-ripping passion and mordant gloom combined. Nonetheless, O'Dell's assured and touching portrait of her protagonist emerges unscathed. You will likely remember luckless, fated Harley Altmyer long after his tsunamic tale has receded. --Jean Lenihan, Amazon.com
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Taschenbuch
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