Bereits zu Beginn seiner Karriere wird der jamaikanisch-amerikanische Rapper Trevor Smith mit besonderen Ehren gewürdigt, verdankt er seinen Künstlernamen doch keinem Geringeren als Hip Hop Legende Chuck D (Public Enemy). Als Teil der "Leaders of the New School" begeht er Anfang der 90er seine ersten musikalischen Schritte als MC. 1996 dann der Durchbruch mit "Woo hah!! Got you all in check" aus seinem Solodebüt "The coming". Mit seiner Flipmode Squad tritt Busta Rhymes von diesem Zeitpunkt an immer wieder in Erscheinung. Singles wie "Break ya neck", "Turn it up" oder "I know want you want" (feat. Mariah Carey) werden nicht nur kommerzielle Erfolge, sondern bereichern die Clubszene. Dann der Labelwechsel zu Dr. Dres "Aftermath Entertainment", auf dem er seine zwischenzeitlich 7. Platte "The big bang" veröffentlicht - gleichzeitig sein erstes Nummer 1 Album und Anlass die, für seinen Look so typischen, Dreadlocks dem Rasierer zu opfern. Immer wieder ist Rhymes auch als Darsteller in Filmen wie "Shaft", "Finding Forrester" oder "Halloween: Resurrection" zu sehen.
3 Jahre sind seit dem "großen Knall" vergangen. Auch wenn er durch diverse Gastauftritte oder zuletzt den Soundtrackbeitrag "G-Stro" zum neuen "Fast & Furious" Streifen nicht gänzlich von der Bildfläche verschwunden ist, kann man "Back on my B.S." - charmant abgekürzt für Bull Shit - als kleines Comeback ansehen. Der Veröffentlichungstermin wurde mehrfach verschoben und auch die Labelheimat hat erneut gewechselt. Er demonstriert auf 14 Songs eindrucksvoll, daß er eines der letzten Originale im aktuellen Hip Hop/Rap Business ist. Getrübt wird das Ganze lediglich durch die unübersichtliche Anzahl von Gastauftritten von Künstlern wie z.B. Lil Wayne, T-Pain, T.I. oder Akon, die mittlerweile Schablonenartig untereinander ausgetauscht werden. Old und New School Elemente finden darauf ihr zuhause. Weniger Battle Rap, meist durch einen gewissen Flow gezeichnet. Experimente geht er mit Nummer wie "Decision" (einer Ballade, auf der ihn namhafte R&B/Hip Hop Größen wie Mary J Blidge, John Legend und Common unterstützen), dem mit orientalischen Einflüssen angereicherten "Arab money" und dem Elektro/Disco verliebten Clubbanger "World go round" (feat. Estelle) ein. Letztgenannter jetzt schon für die nächste DJ-Playlist gesetzt. "Wheel of fortune", im Stile einer klassischen Oper eingeleitet, oder "Respect my conglomerate" zeigen Busta Rhymes aber auch von der gewohnt aggressiver Vocalseite. Unverkennbar und weg von diesen lästigen Auto Tune Geschichten, auch wenn man sich diesen ausgereizten Effekt auch auf "Back on my B.S." nicht gänzlich sparen kann. Gelungen sogar die beiden Kollaborationen mit T.I. und Akon - "Hustler's anthem '09" wird seinem Namen gerecht und zeigt sich als lässige Gangsternummer mit hohem Mitnick-Faktor und einer Prise Soul, während "Don't believe em" mit seiner eingängigen Melodie und der groovigen Mid Tempo Beatfraktion durchaus Clubcharakter besitzt. Album Nummer 8 braucht seine Durchläufe - ohne Zweifel - aber nicht zuletzt Protagonist Busta Rhymes gibt den Songs mit seiner Stimme den benötigten Qualitätsanstrich. Somit auch 18 Jahre nach den ersten Raps eine runde Geschichte.
Anspieltipps: "Hustler's anthem `09", "Don't believe em" und "World go round"