Kathleen Ewards ist hierzulande weitgehend unbekannt. Leider. Die Sängerin aus Ottawa versprüht auf ihrem Album Back to me einen spröden Charme, der in der Liedermacherszene Nordamerikas ziemlich eigenständig daherkommmt. Ich lese zwar immer wieder von Vergleichen mit Lucinda Williams, kann mich dieser Meinung jedoch nicht anschließen.
Kathleen Edwards bringt ihre Songs entweder traumversunken, fast mehr gesprochen als gesungen, mit leichter Steelguitar im Hintergrund und wenig Instrumentation an den Mann, wie zum Beispiel bei Pink Emerson Radio. Oder sie hämmert mit kraftvoller Stimme und schwerer Schlagzeugbegleitung ihr Back to me ins Mikrophon. So kommt die CD abwechslungsreich und stimmig daher, lässt sich nur schwer in irgendein Genre fest einordnen. Genau da liegt Edwards größte Stärke, und vielleicht auch ihre Schwäche.
Kathleen Edwards größtes Pfund ist ihre unvergleichliche Stimme. Kein Werkzeug, um große Arien an den Hörer zu bringen, aber für Lieder wie Copied Keys, die fragil und einfühlsam präsentiert werden müssen, ist ihr Gesang perfekt. Mir hat Back to me sehr gut gefallen. Die CD ist eine schöne Abwechslung vom Singer-Songwriter Mainstream, hat zwar ihre Ecken und Kanten, aber gerade das macht sie hörenswert.