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Nach mehreren Blueseinspielungen (zuletzt Me And Mr. Johnson) deckt der 16-fache Grammy-Gewinner diesmal ein breiteres Sound- und Stilspektrum ab. Die Palette reicht hier von bläserverstärktem R&B ("So Tired") und lässig schlurfendem Boogierock ("Lost And Found") über Souliges ("Piece Of My Heart") und Folkiges ("Back Home") bis zu Reggae ("Revolution") und beatleskem Pop (beim George-Harrison-Cover "Love Comes To Everyone"). Fünf der insgesamt zwölf Titel hat Clapton mit seinem Langzeitpartner Simon Climie geschrieben (erinnert sich noch jemand an das 80's-Popduo Climie Fisher?), beim Rest handelt es sich um Bearbeitungen von Fremdtiteln. So drückt "Slowhand" zum Beispiel dem Spinners-Oldie "Love Don't Love Nobody" und Stevie Wonders "Going Left" seinen Stempel auf.
Alte Weggefährten (Steve Gadd, Nathan East, Andy Fairweather Low, Billy Preston) und namhafte Gäste (Steve Winwood, John Mayer, Pino Palladino) setzen all das gekonnt, aber leider auch etwas routiniert um. Eric Clapton selbst liefert eine gewohnt erstklassige Saitenarbeit ab, sein Gesang ist einfühlsam wie immer, große Überraschungen darf man aber wohl auch von ihm nicht mehr erwarten. So wurde Back Home ein grundsolider Longplay, an dem echte Anhänger bestimmt ihre Freude haben werden, die Zeiten der Geniestreiche sind hingegen (vorerst?) vorbei. -- Harald Kepler
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Anspieltipps: Außer "Say What You Will" auf jeden Fall "Love Don't Love Nobody". Man lasse sich auf letzteres Lied einfach ein und lasse es auf sich wirken. Wonderland-Dreams garantiert! Vor allem verwunderlich: Clapton's mittlerweile hervorragende Intonationen und Variationen in seiner Stimme.
Was Clapton schon immer ausgemacht hat, ist nicht, dass er sich gegen den Zeitgeist richtet, sondern dass er sich von niemandem etwas vorschreiben lässt. Wenn er ein Blues-Album über Robert J. machen will, macht er das. Und wenn er ein poppigeres Album machen will, macht er das auch. Weil er ein Vollblutmusiker ist, der sich nicht nach den Wünschen seiner Fans richtet und der sich ständig weiterentwickelt.
Fazit: Über Claptons Improvisationskünste müssen wir ja nicht reden. Vor allem überzeugt das Album, weil es stilistisch vielfaltig ist, trotzdem aber einen roten Faden hat und einfach genial produziert ist. Jedes Instrument gehört genau da hin, wo es eingesetzt ist und das zeichnet eine gute Band bekanntlich aus.
Das ist völliger Blödsinn.
Klar, Clapton hat seine Blues-Schiene wieder einmal verlassen. Das bedeutet aber nicht, daß sein neues Album deswegen schlecht ist. Er hat schon seit 1966 oft neue Wege beschritten, manchmal sind dabei großartige Meisterwerke herausgekommen. (Another Ticket 1981, No Reason To Cry 1976). Daß er jetzt auf seine alten Tage persönlich, fast schon intim wird, ist kein Manko.
Ich bin seit 25 Jahren Fan von ihm und finde sein neues Album einfach gut. Jedenfalls besser als die 1984 und 1986 von Phil Collins produzierten Alben "Behind The Sun" und "August".
Der Mann geht seinen Weg. Und hoffentlich noch lange.
Jedenfalls denke ich mir das, nachdem ich den Meister letztes Jahr in Dortmund aus der ersten Reihe Live erlebt habe.
Unschlagbar.
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