Selbst als James Blunt in den Kosovo-Krieg zog, hatte er beides dabei: Gewehr und Gitarre. Sicher trug die erlebte Todesnähe dazu bei, dass sein Debüt so so reif und lebenshungrig klingt. Seit David Gray hat kein Brite mehr ein so starkes Erstlingswerk hingelegt. Blunts Melodien und seine helle, emphatische, manchmal ins Falsett kippende Stimme haben eine ungeheure Prägnanz - ebenso wie Tom Rothrocks Produktion, die den Songs oft akustische Intros verpasst und sie dann elegant in Rock-Sphären überleitet. Auch die Gastproduzenten Jimmy Hogarth und Linda Perry (genau die!) inszenieren Blunt schon jetzt als den Großen, der er bald sein wird. Seine Kosovo-Zeit schlägt sich bildstark, aber nie explizit in den Songs nieder. Stark auch seine poetischen Lovesongs, in denen er von Zufallsblicken erzählt und von nie realisierten Möglichkeiten. Am tollsten: das trickreich getextete "So long, Jimmy", das sich am Ende als Hommage an mehrere Helden der Rockgeschichte entpuppt - dank instrumentaler Verweise auf des Rätsels Lösung. (mw)
Über den Künstler
Mit seinem Debüt
Back to Bedlam spielte sich James Blunt vom Newcomer zum Superstar. Die Platte ging in 18 Ländern auf Platz 1 und in 35 weiteren Ländern in die Top-10, mehr als 12 Millionen Alben gingen weltweit über die Ladentische. Unter Blunts diversen Auszeichnungen finden sich fünf Grammy-Nominierungen, zwei MTV Awards, zwei BritAwards sowie ein Echo und seine Single
You're Beautiful gehört zu den größten Radiohits aller Zeiten.
Der in England geborene James Blunt ist ehemaliger Student der Sandhurst-University und verbrachte längere Zeit als Blauhelm-Offizier im Kosovo. Mit seiner Musik findet er die Sprache, Dinge auszudrücken, die er mit Worten nicht sagen kann. So schrieb er beispielsweise den Song No Bravery während seiner Zeit im Kosovo.
Blunts aktuelles Album All The Lost Souls beginnt mit der groovigen ersten Single 1973, ein leicht nostalgischer Rückblick auf alte Zeiten, gewidmet Freunden, mit denen er eine gute Zeit hatte. Der Song spielte sich zielsicher auf die Top-Position der deutschen Charts. Von den Launen und Verzerrungen, die der Ruhm mit sich bringen kann, erzählen One Of The Brightest Stars und Annie. Auch Same Mistake, die zweite Single aus dem Album, ist eine wunderbare, typische James Blunt-Ballade und wurde der Titelsong zum Hollywood-Film P.S. I Love You.
Ende Mai wird die dritte Single aus dem großartigen Album All The Lost Souls ausgekoppelt: Carry You Home. Und wieder zeigt sich James Blunt als Meister der gefühlsstarken Melancholie und Intensität.
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