Aus der Amazon.de-Redaktion
Baciamo le mani bringt uns mitreißende Ska-Musik aus Sizilien. Sachen gibt's. Eigentlich verbindet man Ska und die Weiterentwicklung Rocksteady ja vornehmlich mit Jamaika. Dort wurde der federnde Offbeat in den 60er-Jahren von Pionieren wie Desmond Dekker und Laurel Aitken eingeführt. Später dann sorgten Bands wie The Specials, Madness und Selecter für die Verbreitung im United Kingdom. Und schließlich schwappte die Musikrichtung aus der Karibik auch nach Kontinentaleuropa herüber und setzte ihren Siegeszug zum Beispiel in der Bundesrepublik in der Personifikation von Bands wie The Busters fort (man denke nur an deren Prachtwerk
360°).
Und nun also Italien. Roy Paci, der so manchem als Mitglied von Manu Chaos Live-Truppe Radio Bemba bekannt sein dürfte und sich zudem als Trompeter an der Seite von Evan Parker, Barre Philips und Giorgio Conte einen Namen gemacht hat, spielt hier mit seiner Formation Aretuska eine spaßbringende Ska-Musik, der man einfach nicht widerstehen kann. Der Mann von der größten Insel Italiens und seine Mitstreiter (die sich für das CD-Cover übrigens ganz sizilianisch im Mafia-Outfit mit schwarzem Anzug und Sonnenbrille ablichten ließen) stimmen einen durchweg fröhlichen, bläserverstärkten nutty sound in der Nachfolge von Madness an.
Und dabei erweitern sie den Stilkanon aus 2-Tone und Rocksteady um jazzige Soli ("Magnificat"), Raggamuffin-Einlagen ("Grande La Media Noche") sowie südländischen Schlagerschmelz ("Se Stasera Sono Qui"). Bebop (in der Neufassung von Charlie Parkers "Scrapple From The Apple") und Filmmusik (Ennio Morricones "Giù la testa") haben die Rude Boys aus dem Mittelmeerraum ebenfalls im Angebot. In der Summe ergibt das eine humorvolle und ausgelassene Gute-Laune-Platte, die jede müde Fete im Nu in einen Hexenkessel verwandelt. Versprochen! --Harald Kepler
Jazz thing (04/02)
Die Presse-Promotion für die Ska-Kapelle Roy Paci & Aretuska fällt gleich mit der Tür ins Haus. Die zickigen Rhythmen auf "Baciamo Le Mani" werden von dem Trompeter Manu Chaos angerichtet. Aha, daher weht der Wind. Manche Affinität tut sich da auf zwischen den Sounds von Chao und der härteren Gangart Pacis, der eine feine Charlie-Parker-Nummer im Repertoire hat. Jazzy.
© Jazz thing - Uli Lemke