Wer die gelegentlich vertretene Irrmeinung über das Instrument "Cembalo" als "Nähmaschine" teilt, der wird durch diese Einspielung eines besseren belehrt. Ebenfalls diejenigen, die die beste musikalische Darbietung dieses Zyklus nur dem Klavier anvertrauen wollen. Unter Leonhardts Fingern blüht der Zyklus am Cembalo auf: Durch die unglaubliche Vielfalt seines Anschlages ist Leonhardt imstande, jedem Präludium und jeder Fuge einen eigenen Charakter zu verleihen. Bachs Tonkunst wird hier über 4 CD's (für beide Zyklen) nie langweilig.
Leonhardt lädt uns durch die Verwendung zweier ausgezeichneter Cembali zu einem sensiblen Hinhören ein; diese Instrumente klingen sehr unterschiedlich. Einzig die Aufnahmetechnik wirft Fragen auf: Die Mikrofone müssen sehr (zu) nah aufgestellt worden sein, denn der Zuhörer erlebt den Klang quasi aus 20 Centimeter Entfernung direkt in die Ohren geschleudert. Trotzdem bleiben diese CD's 40 Jahre nach ihrer Entstehung noch immer die Referenz dieses Bach'schen Werkes am Cembalo.