Also ich muss meinem Vorredner da entschieden widersprechen: Ich kenne dieses Album und sein Konzept schon seit einiger Zeit und ich finde die Idee originell, das Programm stringent durchdacht und das Ergebnis enorm klangschön und musikalisch - wie auch schon die letzten Mayer-Alben, mit denen er sich neues Repertoire erschlossen hat. Es stimmt, für die Oboe gibt es eben nicht so viel was sich lohnt. Wer in Betracht zieht, dass es im Barock unter Komponisten, auch für Bach, gang und gäbe war, eigene und fremde Melodien in wechselnden Kontexten zu verwenden, der entdeckt in Albrecht Mayers Transkriptionen vielleicht eine Methode, die nicht nur tolle Musik zutage fördert, sondern auch intellektuell keineswegs ohne Reiz ist.
Vielleicht sollte man in der Klassik nicht immer alles so eng sehen, sondern mehr nach dem berühmten Furtwängler-Motto beurteilen: Je nachdem, wie es klingt! Albrecht Mayers neue CD klingt für mich ausgezeichnet.