Der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs war unter anderem als Orgelvirtuose berühmt. In seinen Konzerten improvisierte er allerdings meist, und nur wenige Stücke von seiner Hand sind erhalten. In denen, die auf dieser CD versammelt sind, geht es weniger um Virtuosität als um Polyphonie im Stil des großen Vaters und Vorbilds. Die für Wilhelm Friedemann typische Spritzigkeit und Originalität findet man hier also weniger, aber interessant und schön sind die Fugen und Choralvorspiele allemal, zumal die Organistin der Versuchung widerstanden hat, sie durch Spielweise und Registrierung künstlich aufzupeppen.
Etwas ärgerlich ist der Text im beigefügten Heftchen, der unbelegte Behauptungen über Friedemann Bach wiederholt und nicht einmal zwischen Calvinisten und Pietisten unterscheiden kann.