Anne Sophie Mutter ist seit langem als Künstlerin präsent. Sie wurde früh von Karajan gefördert, hat sich aber nie auf das klassische Repertoire beschränkt, sondern immer moderne Musik gespielt.
Ihre Bedeutung für diese Musik ist gar nicht zu überschätzen. Ihre Berühmtheit verschafft den Komponisten ein Podium, von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Kein Künstler hatte soviele Werke gewidment bekommen, wie Anne Sophie Mutter.
So auch das zweite Konzert von Gubeidulina.
"Von 'Sophia', der Göttin der Weisheit im russisch-orthodoxen Christentum, ließ sich Gubaidulina inspirieren, in Anne-Sophie Mutter hat sie die ideale Interpretin für ihr zweites Violinkonzert gefunden. Diese Musik lotet tief, sie will Existenzielles aussagen, und ihre Interpreten ringen mit aller Kraft darum. Mutter setzt den Solopart hochexpressiv unter Spannung, mit einem Ton, der samtzart oder von einer bohrenden Intensität sein kann."
Natürlich spielt sie Bach erlesen,mit herrlichem Ton in den jeweils zweiten Sätzen und ordentlich Feuer in den Finalsätzen, aber die Bedeutung, sie sagt es im Trailer, hat diese CD durch das Konzert der Gubaidulina. Durch Anne Sophie Mutter lernt man ein Konzert kennen, das ohne sie wahrscheinlich in den Archiven verschimmeln würde. Und wenn man es hört ( ist natürlich Geschmackssache, wie alle Wahrnehmung von Musik) , kann auch der Eindruck entstehen, man hätte etwas versäumt, wenn es unbekannt bliebe.
Anne Sophie Mutter meint, dies sei eines er spirtuellsten Werke, die sie je gespielt hat. Jedenfalls kann sie das grosse Spektrum ihres Könnens hier zeigen.
Kein Wunder also, dass die Komponistin von der Umsetzung begeistert ist.
Und der Hörer wird um ein hoch interessanten Werk bereichert.