"Masaaki Suzuki, 1954 in Kobe geboren, ist Dirigent des Bach-Collegiums Japan, einer handverlesenen Formation von Musikern, die sich seit 1990 so kompetent und dauerhaft um Bach kümmert, dass dem Abendland die Spucke wegbleibt" schwärmt Wolfram Goertz in der Zeit.
Er fragt dann, warum solche Interpretationen "ausgerechnet von Japanern"kommen ? Die Antwort gibt er selbst auch. Suzuki hat sich sehr mit der europäischen/deutschen Tradition vertraut gemacht und die Japaner haben wohl ein innigeres Verhältnis zu dieser Musik als viele Menschen hier.
Dass Japaner so deutlich/akzentfrei singen können- sie tun es-kann nicht alleiniger Maßstab der Bewertung sein.
Ich würde die Euphorie von Goertz nicht gänzlich teilen können. Höre ich Gardiner mit BWV 71 und dann Suzuki, bleibt mir bei letzterem nicht die Spucke weg, eher bei Gardiner. Da klingt Suzuki doch ein wenig betulich gegen.
Die Kantaten BWV 106 und 131 gibt es in grossartigen Klein-bis Kleinstbesetzungen, die ich für beide Kantaten angemessener erachte. Gerade BWV 106 ist ein so zartes Stück, dass man es möglichst filigran interpretieren sollte. Dem kann Suzuki mit seinem grösseren ensemble nicht gerecht werden.
Er hat gute Solisten, einen guten Chor, es wird frisch musiziert, aber eine Referenzaufnahme einer dieser Kantaten ist diese Aufnahme nicht.