Wer ein bißchen Ahnung von der Diskussion pro oder contra Originalinstrumente hat, weiß, daß eine Zeitlang die Diskussion tobte, ob man mit originalen Instrumenten aufführen sollte oder nicht: John Eliot Gardiner und Nicolaus Harnoncourt waren u. a. Verfechter dieser Ansicht und wenn man diese Einspielung von 1999 zum Bachjahr 2000 hört und sieht, wird auch klar warum: es ist ein schlanker, durchhörbarer Klang, ein klein besetzter Chor (maximal vier Sänger pro Stimme), die Instrumentalisten und Sänger sind Vollprofis und da stimmt jeder Ton. Ich nehme diese Einspielung mittlerweile, um Schülern im Musikunterricht zu zeigen, wie Bach selber vermutlich aufgeführt hätte, wenn er gekonnt hätte (man kennt die Klagen über die schlechten Musiker, mit denen er manchmal aufführen mußte): Nie habe ich Naturtrompeten so sauber und dynamisch (vor allem leise) gehört, die hölzernen Querflöten, die Barockoboen und vor allen Dingen die Streicher haben einen erheblich weicheren Klang als die modernen Instrumente und man spürt bei allen Aufnahmen die Spielfreude der Musiker.
Das besondere Schmankerl ist der enthaltene Film "Auf Bachs Spuren", in dem man mehr über das Leben und die Arbeit Bachs erfährt als in den bislang erhältlichen Biographien (dazu habe ich mich aber schon mal geäußert). Kurz gesagt, diese DVD ist ein Muß für Musiklehrer und alle Bach-Fans und die Meßlatte für ein WO ist wieder einmal höher gelegt. Wer in Bonn oder Köln lebt, kann alternativ ähnliche Aufführungen in der Kreuzkirche, der Musikhochschule oder in den Kölner Kirchen erleben, alle anderen müssen diese DVD kaufen, wenn sie eine tolle Aufführung sehen wollen.