Dem Monteverdi-Choir Kränze zu flechten, ist eigentlich überflüssig.
Seit Jahrzehnten hält sich dieser Chor im Bereich der Spitzenchöre auf.
Gäbe es einen Nobelpreis für Chöre,so ein Kritiker, er stände diesem Chor zu. Seit vielen Jahren stehen Projekte von Gardiner im Mittelpunkt, 2000 war es die pilgrimage für Bach,aktuell werden wichige Werke von Johannes Brahms ,Chorwerke ,zusammen mit den Sinfonien eingespielt.
Es gibt so unendlich viele herovrragende Aufnahmen mit diesem Chor. Gardiner hat ein Instrument zur Verfügung, mit dem er alles realisieren kann. was er möchte. Technische Schwierigkeiten gibt es nicht
Wäre also nur der Chor zu beaurteilen, wären diesem die fünf Sterne sicher.
Die Einwände beziehen sich auf die Wiedergabe. Es ist nicht mehr der Einwand des Tempos.Jahrelang hat Gardiner, hoch bejubelt, bei Bach schnellste Tempi angeschlagen, bei der h-moll Messe 1985, war dies ein beachtenswertes Ereignis, als dann Weihnachtsoratorium und Matthäus-Passion in die schnellen Tempi auf den Markt kamen, waren für mich die Grenzen überschritten. In Sachen "Tempo" ist Gardiner gemässigter geworden und offensichtlich nicht mehr der Auffassung, er müsse hier Geschwindigkeitsrekorde aufstellen.
Es ist eher ein etwas ruppiger Zugang zum Werk.Ich hörte den Eingangschor von "Nun kommt der Heiden Heiland" und schaute verwundert auf das Cover.Adventsstimmung kann da weniger aufkommen.
Zweitens sind die Solisten bei Gardiner gut, aber nicht überragend.
Und drittens ist ihm Konkurrenz erwachsen in der Wiedergabe dieser Musik mit KleinstBesetzungen, wie etwa in dem begonnenden Zyklus der Aufnahmen von Sigiswald Kuijken. gegenüber diesen erscheint selbst die Besetzung eines Monteverdi-choir mächtig, mir zu mächtig. "Zwingt die Saiten in Cythara" zum Beispiel mit einer Macht herüber, dass ich das dringende Bedürfnis habe, diesen wunderbaren kleinen Chor mit weniger Stimmen zu hören.
Diese Einwände bedeuten nicht, dass die Aufnahme dieser Kantate nicht durchaus anhörbar wäre- Gardiner gehört mit diesem Projekt der pilgrimage Lob, weil er durch dieses Projekt etwas bewirken konnte, was bei Profi-Ensembles sehr selten ist-Kontinuität.Man war länger zu gemeinsamen Musizieren zusammen.
Deswegen werden die Aufnahmen von Gardiner immer zu den besseren gehören.