Zunächst ein großes Lob für die Auswahl und durchdachte Anordnung der Stücke auf dieser CD. Helene Grimaud bietet eine großartige Mischung aus bekannten und eher seltenen Bachwerken und interpretiert diese auf ihre ganz eigene Weise. Ich war beeindruckt über das schier unendliche musikalische Spektrum, das Bachs Werk ermöglicht - vorausgesetzt man verfügt, wie Grimaud, über die entsprechende spielerische Fähigkeit und interpretatorische Fantasie.
Mit ihrer besonderen Dynamik lässt sie Bach mal meditativ, mal dramatisch, mal romantisch, mal feierlich wirken. Auffallend: die große Spanne zwischen pp und ff, die Interpretation der Tempi und gleichzeitig Grimauds schier unglaubliche Präzision, mit der sie die z.T. extrem anspruchsvollen Stücke darbietet. So erhält auch der geneigte Bachfan, der schon das eine oder andere Werk in seiner Sammlung hat, noch etwas wirklich neues. Umso mehr, da man mit dieser CD endlich(!) auch Raritäten, wie die Transkribtionen von Liszt, Rachmaninoff und, als echtes Highlight, die Busoni-Transkribtion der Chaconne in D-moll bekommt.
Der Sound ist erstklassig: glasklar aber nicht steril. Der Klang des Steinways ist, vermutlich bedingt durch Intonation und Mikrophonstellung, ein wenig ungewohnt.
Die CD hat löblicherweise ein robustes Cover und ein dreisprachiges Booklet mit einem Interview und der Trackliste. Diese gibt es leider nicht auf der CD-Rückseite.