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Bach: Brandenburg Concertos
 
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Bach: Brandenburg Concertos

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3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bernd Grill TOP 500 REZENSENT
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Die historische Aufführungspraxis ist in den letzten Jahren so mächtig geworden, daß Aufnahmen von Bachs Musik auf modernen Instrumenten inzwischen recht rar geworden sind. Folglich ist in der jüngeren Vergangenheit keine bemerkenswerte Neueinspielung der Brandenburgischen Konzerte auf modernen Instrumenten vorgelegt worden. Hinter der Vielzahl an bemerkenswerten Aufnahmen, die das Gewandhausorchester unter Riccardo Chailly seither vorgelegt hat, muß sich diese ebenfalls nicht verstecken.
Die barocke Prachtentfaltung ist dem Dirigenten wirklich beeindruckend gelungen. Chailly verleiht diesen Werken Glanz, ohne dabei an Transparenz einzubüßen. Die Tempi sind insgesamt moderater als bei den meisten Aufführungen mit zeitgenössischen Instrumenten (man vergleiche einmal mit Reinhard Goebels sehr rascher Aufnahme mit Musica Antiqua Köln), was aber angesichts des größeren Klangvolumens moderner Instrumente kaum überraschen kann - die Transparenz würde wohl bei schnelleren Tempi einfach auf der Strecke bleiben. Dennoch nimmt Chailly das letzte Couplet im Finale des 1. Konzerts atemberaubend schnell; ob das so von Bach beabsichtigt war, sei dahingestellt, aber die spieltechnische Brillanz und Souveränität der Spieler beeindruckt dennoch. Überhaupt kann Chailly auf ein Kompendium an äußerst fähigen Solisten zurückgreifen, die die teils horrenden Anforderungen scheinbar mühelos bewältigen. Einzig die Gestaltung der Cembalo-Kadenz im Kopfsatz des 5. Konzerts gefällt mir nicht so sehr, da meines Erachtens zu wenig sinnstiftende Abschnitte geschaffen werden.
Dennoch darf man mit Spannung die weiteren Bach-Ankündigungen des Gewandhausorchesters (die Mätthaus-Passion und das Weihnachtsoratorium) erwarten. Chailly ist durchaus als kompetent auf diesem Gebiet anzusehen, zumal die hier vorgelegten Einspielungen live im Jahr 2007 aufgenommen wurden und beste Kritiken erhielten. Abschließend sei noch angemerkt, daß auch die Aufnahmequalität keine Wünsche offen läßt und der Kauf dieser Aufnahme somit wirklich zu empfehlen ist.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von gemi-b
Format:Audio CD
dass solcherart symphonisch grundierte aufnahmen bachscher kammermusik
nochmal 'fröhliche urständ feiern'..., würde wohl ulli schreiber beklagen,
wenn er's denn heute noch so artikulieren könnte, und nachdem so viele musiker
und musikfreunde! sich für eine zumindest hist. informierte und ebenso adäquate
spielhaltung theoretisch und praktisch eingesetzt haben.

gibt es einen musikalischen grund hinter solche er-kenntniss-marken wieder
zurück zu fallen? ja - den primär kommerziellen.
denn orchester, die durch den täglich praktizierten, eher (spät-)romantischen
klangsinn geprägt sind, die ihren schumann und brahms, bruckner u. deren-
gleichen wie die leipziger drauf (und 'im kasten')haben und, wie chailly nach
berlin und amsterdam, das übliche längst eingespielt, kommen nun
mit bach im philharmonischem schönklang, ach so neu und unerhört 'raus.

dabei bleiben artikulatorische beweglichkeit, rhythmische diktion und fein-
agogische stringenz im gross-orchestralen selbstverständnis stecken (egal,
wieviel solisten und teilhaber vom ganzen orchester da mitgespielt haben),
da generiert sich im 3ten konzert ein violin-solo-adagio, dass eher dem
solistischen profil des geigers als bach geschuldet ist -
da soll sich doch einer wundern, der nicht aus leipzig ist!

den original-'radikalinski' goebel und seine musica antiqua köln, obwohl
bachnah, muss man nicht mögen - schon jahrzehnte her -, ein verweis auf britten als
dirigent des english chamber orch. Brandenburgische Konzerte 1-6
oder das ebenso 'konventionelle' chamber orch.of europe Masters - Bach (Brandenburgische Konzerte, Oboenkonzerte)
machen schon den unterschied hörbar aus, aber die bachisch-klanglich
barocke delikatesse servieren erst die musikanten des 'cafe zimmermann'(vol. I-IV)!
Concerts avec Plusieurs Instruments Folge II

der alte fritz hätte anno bach die leipziger unter chailly gewiss nicht 'sanssouci'
in sein potsdamer residuum bestellt.
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8 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nicht auszuhalten! 13. März 2010
Format:Audio CD
Ich kann mich der Rezension gemi-b "gemihaus, berlin" nur anschließen. Allerdings muss ich die Wertung nochmal nach unten korrigieren.

Was das Gewandhausorchester und Chailly da treiben, ist tatsächlich nicht auszuhalten. Ja, treibt Chailly überhaupt etwas, oder lässt er die Musiker nur spielen??
Man kann zu aller historischen Aufführungspraxis stehen, wie man will, aber dieses schablonenhafte Abschnurren der Musik hat Bach nicht verdient. Da passt nichts zusammen, kein Streicherklang zum Bläser und man ist auch nicht hörbar um gemeinsame Phrasierung bemüht. Hinzu kommt, dass auf dieser Aufnahme die Blockflöten seltsam archaisch klingen und auch hörbar stärker im Mischpult angehoben werden müssen. Und das Cembalo wird eher als Hackbrett gespielt, anstatt es als rhythmisch strukturierendes und akzentuierendes Instrument zu nutzen.

Es ist heutzutage nicht zu kritisieren, Bach mit modernen Instrumenten aufzuführen. Aber dann bitte "historisch informiert", denn es würde doch auch keiner ernsthaft auf die Idee kommen, Shakespeare-Texte in modernes Englisch umzuschreiben, nur "weil man das heute nicht mehr so sagt."
Die alte Karajan-Aufnahme dieser Werke (die ich, trotz allem, immernoch mag) ist dieser Musik noch näher als Chaillys Version, obwohl man Karajan immerhin noch damit in Schutz nehmen könnte, dass er es damals einfach nicht besser wusste. Aber das ist bei Karajan unnötig.
Hier hat Decca wiedermal versucht, drei große Namen (Bach, Gewandhaus, Chailly) in einen Topf zu werfen, das Ganze kräftig zu verrühren und zu hoffen, es käme gute Musik 'raus. Leider funktioniert Musik nicht so synthetisch. Und wieder entsteht ein Beweis für die selbst induzierte Krise der großen Klassik-Plattenlabels.

Diese CD ist jedenfalls in jeder Hinsicht überflüssig.
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