dass solcherart symphonisch grundierte aufnahmen bachscher kammermusik
nochmal 'fröhliche urständ feiern'..., würde wohl ulli schreiber beklagen,
wenn er's denn heute noch so artikulieren könnte, und nachdem so viele musiker
und musikfreunde! sich für eine zumindest hist. informierte und ebenso adäquate
spielhaltung theoretisch und praktisch eingesetzt haben.
gibt es einen musikalischen grund hinter solche er-kenntniss-marken wieder
zurück zu fallen? ja - den primär kommerziellen.
denn orchester, die durch den täglich praktizierten, eher (spät-)romantischen
klangsinn geprägt sind, die ihren schumann und brahms, bruckner u. deren-
gleichen wie die leipziger drauf (und 'im kasten')haben und, wie chailly nach
berlin und amsterdam, das übliche längst eingespielt, kommen nun
mit bach im philharmonischem schönklang, ach so neu und unerhört 'raus.
dabei bleiben artikulatorische beweglichkeit, rhythmische diktion und fein-
agogische stringenz im gross-orchestralen selbstverständnis stecken (egal,
wieviel solisten und teilhaber vom ganzen orchester da mitgespielt haben),
da generiert sich im 3ten konzert ein violin-solo-adagio, dass eher dem
solistischen profil des geigers als bach geschuldet ist -
da soll sich doch einer wundern, der nicht aus leipzig ist!
den original-'radikalinski' goebel und seine musica antiqua köln, obwohl
bachnah, muss man nicht mögen - schon jahrzehnte her -, ein verweis auf britten als
dirigent des english chamber orch.
Brandenburgische Konzerte 1-6oder das ebenso 'konventionelle' chamber orch.of europe
Masters - Bach (Brandenburgische Konzerte, Oboenkonzerte)machen schon den unterschied hörbar aus, aber die bachisch-klanglich
barocke delikatesse servieren erst die musikanten des 'cafe zimmermann'(vol. I-IV)!
Concerts avec Plusieurs Instruments Folge IIder alte fritz hätte anno bach die leipziger unter chailly gewiss nicht 'sanssouci'
in sein potsdamer residuum bestellt.