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Clementi wird von allen Komponisten der Klaviermusik am häufigsten unterschätzt: Es ist nicht allgemein bekannt und anerkannt, dass er -- mehr als Mozart oder Beethoven -- das Klavier zu einem virtuosen Instrument machte. Mozart, mit dem er einmal ein berühmtes Pianisten-Duell austrug, bezeichnete ihn verächtlich als Scharlatan, als reinen "Techniker". Aber Clementis Spiel -- und seine Kompositionen -- waren viel mehr als das, und deswegen haben ihn Beethoven und Brahms so hoch eingeschätzt. Er hatte vielleicht nicht Mozarts göttliche Inspiration, aber seine Kompositionen für Tasteninstrumente sind schön und außergewöhnlich originell. Andreas Staier stellt diese Eigenschaften wunderbar heraus, und setzt sich auf diese Weise dafür ein, diese Sonaten, Fantasien und "charakteristischen Kadenzen" in das Repertoire unserer Zeit aufzunehmen. Sein Pianoforte mag zwar anfänglich etwas dünn klingen, aber wenn die Ohren sich daran gewöhnt haben, wird einem bewusst, welch ein Gewinn dies für die Klarheit der Linienführung bedeutet. Er ist selbst ein Virtuose und kann Feuerblitze und Donner heraufbeschwören, aber auch warmherzige Zartheit -- je nach Bedarf. Diese Auswahl enthüllt, wie sehr Clementi ebenso wie Beethoven darin begabt war, aus den kleinsten musikalischen Ideen groß angelegte Strukturen zu entwickeln.
--Michael Church