Dieses großzügig ausgestattete und farbenprächtige Buch ist ein wahrer Augenschmaus für alle Menschen, die Kinder lieben, insbesondere Babys. Es ist eine wahre Schatzkammer von Bildern von kleinen Kindern mit ihren Müttern und Vätern aus vielen Teilen der Welt, ein Buch, das einem beim Betrachten der Bilder, und das tut man, wenn man das schwere Buch in beiden Händen hält , zuallererst, bewegend vor Augen führt, welch ein großer Reichtum von Unterschiedlichkeit diese Welt doch bereithält.
Diese Vielfältigkeit wird noch deutlicher, wenn man sich nach einem ersten staunenden Betrachten der farbenfrohen und ausrucksvollen Bilder, deren Recherche und Auswahl sicher eine Menge Arbeit gemacht hat, den gut, knapp und informativ, vor allen Dingen aber für den Laien verständlichen Texten widmet, die die beiden erfahrenen Autorinnen aus der Fülle des bearbeiteten ethnologischen Materials zusammengestellt haben. Sie begründen ihr Interesse am Vergleich wie folgt:
"Schon lange interessieren sich Ethnologen und Psychologen dafür, wie Eltern ihre Sprösslinge pflegen und erziehen. Sie haben darüber geforscht, sowohl in den unterschiedlichen Regionen der Ländern, in denen sie selbst leben, als auch bei den uns nur wenig bekannten Volksgruppen, und ihre Ergebnisse durch Zeit und Raum zusammengetragen und gegenübergestellt."
Die Autorinnen wollen mit ihrem Buch einer breiten Öffentlichkeit diese Ergebnisse präsentieren. Dabei geht es ihnen um die Körperpflege in den unterschiedlichen Kulturen, sie werfen einen genauen Blick auf die "Kommunikation mit allen Sinnen", beschreiben Gymnastik und Massage, Heilmittel und Reinigungsriten, verschiedene Methoden, Kinder zu wickeln und vergleichen Kleidung und Schmuck in den verschiedenen Kulturen. Für mich als Theologe waren insbesondere jene Stellen von großem Interesse, wo die Autorinnen schreiben von Aberglaube und Religion und dem Ringen mit dem Unsichtbaren.
Eines aber habe ich nicht verstanden: das Buch trägt den Titel "Babys in den Kulturen der Welt". Das ausdrückliche Ansinnen der Autorinnen ist der ethnologische Vergleich. Aber es gibt keine Bilder aus den europäischen oder nordamerikanischen Industriekulturen. Haben sie darauf verzichtet, weil wir das alles schon so gut kennen ? Eine entsprechende Erläuterung wäre für mich hilfreich gewesen.