Ich bin selber Ökotrophologin und befasse mich täglich mit der Ernährung von Schwangeren, Stillenden sowie Babys und Kleinkindern. Auf der Suche nach guten Ratgebern, bin ich auf das Große GU Kochbuch für Babys und Kleinkinder gestoßen. Es basiert, wie auf dem Cover angekündigt, auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Empfehlungen. Ich kann das Buch allen werdenden und frisch gebackenen Müttern äußerst an Herz legen.
Absolut unpassend finde ich dagegen die Renzension über dieses Buch vom 17. Dezember. Diese Kritik ist absolut unbegründet. Keine Ahnung von Kinder- und Säuglingsernährung scheint, im Gegensatz zur Buchautorin, eher die Verfasserin dieser Rezension zu haben.
Die ersten 4-6 Monate wird das Baby durch die Muttermilch mit allen wichtigen Nährstoffen ausreichend versorgt. Doch gegen Ende des ersten Halbjahres werden die Eisenvorräte knapp. Deshalb wird nun der erste Brei eingeführt. Bei dieser Empfehlung richtet sich die Autorin nach dem anerkannten Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund. Es ist richtig, dass die WHO empfiehlt, Babys in den ersten 6 Monaten ausschließlich zu stillen. Dies wird auch in Deutschland in den Empfehlungen der nationalen Stillkomission über die Stilldauer berücksichtigt. Doch weiterhin beinhalten diese, dass die Einführung der Beikost individuell verschieden ist und vom Gedeihen des Babys abhängt. Jedoch sollte die Einführung nicht später als dem 7. Monat und nicht vor dem 5. Monat erfolgen. Wann endgültig abgestillt werden sollte, darüber gibt die Stillkomission keine Empfehlung. Aber in Deutschland, wo Beikost vernu_nftiger Zusammensetzung allgemein verfu_gbar ist, wird gegen Ende des ersten Lebensjahres in den meisten Fa_llen das Trinken an der Brust eher durch das Bedu_rfnis nach Na_he und Zuwendung als durch Hunger bestimmt. Auch hier ist die Autorin mit der Wissenschaft konform.
Bezüglich der Kritik an dem Proviant für die Klinik kann ich nur sagen: Salami gehört zu den Rohwürsten. Deshalb galt sie lange Zeit als möglicher Überträger von Toxoplasmoseerregern. Dies ist aber nach heutigem Kenntnisstand auszuschließen. Die Bundesforschungsanstalt für Lebensmittel, bestätigt, dass es mit wissenschaftlichen Methoden belegt ist, dass Toxoplasmoseerreger nicht durch Rohwürste übertragen werden, die eine lange Reifezeit aufweisen. Dies ist bei Salami der Fall. Auch eine Listerieninfektion ist nicht möglich, weil Salami mit Milchsäurebakterien hergestellt wird, die dafür sorgen, dass Listerien sich nicht vermehren können. So gesehen ist Salami unproblematisch.
Dass heutzutage keine Ernährungsempfehlungen über blähende und saure Speisen bei stillenden Müttern gegeben werden, ist vollkommen richtig. Die Frauen sollen selbst probieren und bei Bedarf das schlecht zu vertragende Lebensmittel weniger essen oder meiden. Dazu rät auch die Autorin in dem Buch. Sie führt lediglich die Lebensmittel auf, bei denen es möglicherweise Probleme geben könnte, aber nicht muss. Da junge Mütter erfahrungsgemäß sehr verunsichert sind, finde ich diese Ausführungen sehr informativ. Treten Probleme auf, wissen diese somit Bescheid und unnötigen Verunsicherungen ist vorgebeugt.