Ich hatte schon gespannt auf die DVD gewartet und sie deshalb vorbestellt. Kaum angekommen, hab ich mir den Film gleich angeguckt. Und ich bin einfach begeistert!
Thomas Balmes hat über etwas mehr als ein Jahr hinweg vier Familien mit ihren Babies begleitet. Im Mittelpunkt stehen immer die neuen Erdenbürger. In Namibia, Japan, der USA und der Mongolei erblickten 3 Mädchen und 1 Junge (Bayar aus der Mongolei) das Licht der Welt. Von der Geburt (die Geburt selbst wird nur bei Bayar gezeigt) an (man sieht auch schon die Schwangerenbäuche) bis zu den ersten Schritten darf man als Zuschauer miterleben, wie die Kleinen wachsen und allerhand erleben.
Das schöne an dem Film ist, dass er völlig ohne Kommentare auskommt. Es gibt also keinen Sprecher aus dem Off. Man sieht einfach nur Bilder und hört, wie die Babies brabbeln, lachen, glucksen, weinen oder wie die Mütter, Väter und Geschwister mit ihnen sprechen.
Die kleine Ponijao kommt in Opuwo in Namibia zur Welt. Sie hat viele Geschwister und wächst im Kreis von Verwandten auf. Man sieht, wie das Baby gestillt wird - und die größeren Geschwister sich an der Nachbarbrust gleich mitbedienen :) Man erlebt Ponijao bei ihren Krabbelversuchen im Wasser, man sieht dem großen Hund der Familie zu, der die Kleine genüsslich abschleckt, während das Mädchen ihm mindestens genauso genüsslich die Zunge rausstreckt und gleich mitschleckt :-) Und man ist bei den ersten Schritten dabei, bei den ersten Tanzeinlagen, die die Kleine gibt, während ihre Mutter klatschend den Rhythmus vorgibt.
Mari kommt in Tokio zur Welt. Sie wächst in den Häuserschluchten der japanischen Hauptstadt auf und fährt in einem gläsernen Aufzug zum Babyturnen. Sie entdeckt spielend ihre Welt und feiert gemeinsam mit ihren Eltern und Verwandten ihren ersten Geburtstag - und sie brabbelt fröhlich vor sich hin und macht ihre ersten Schritte.
Bayar wächst mit Eltern und Geschwistern in einer Jurte auf. Er bewegt sich "unter" der Tierherde seiner Eltern mit traumwandlerischer Sicherheit - da sieht man mal wie angstfrei das geschehen kann, der Kleine kriecht nämlich tatsächlich unter tretenden Rindern herum :) Er sitzt in einer Wanne, während sich von hinten eine Ziege nähert und sein Badewasser säuft und er rollt ganz versonnen eine ganze Rolle Klopapier ab... Man kann sich kaum sattsehen an den Bildern aus der Mongolei, mit dem unendlich blauen Himmel.
Und dann lernt der Zuschauer noch die kleine Hattie kennen, die als erstes Kind einer Professorin und eines Kameramannes in der Nähe von San Francisco aufwächst. Hier fand ich die Szene mit der Banane am schönsten. Die Kleine wird einfach nur dabei gefilmt, wie sie eine Banane schält und Stück für Stück isst, Teile davon wieder aus dem Mund nimmt, um sie zu betrachten usw.
Der Film zeigt auf sehr schöne Weise, dass sich Babies - egal wo sie aufwachsen - so ähnlich entwickeln, dass man es kaum glauben kann. Sie brabbeln in einer internationalen Babysprache! Dadurch, dass die Entwicklungsschritte der vier Kleinen parallel gezeigt werden, kann man sehen, dass es völlig egal ist, ob man irgendwelche Babygeräte hat oder zum Babyturnen geht: Laufen lernen sie alle ungefähr zur gleichen Zeit.
Fazit: Ein wunderschöner Film, der einfach Bilder zeigt, die glücklich machen. Die Musik ist eher zurückhaltend und nimmt den Bildern nichts. Im Plastik-Case befindet sich noch ein ausführliches Booklet, das kurz vom Making of erzählt und in dem die Eltern auch jeweils kurz zu Wort kommen. Als Extras gibt es u.a. noch die Featurettes "2 Jahre später" und "Reaktionen auf den Film", die auch sehenswert sind.