Babylon ist das fünfte Album der AOR-Band TEN. Nun, meine Meinung spaltet sich sehr von der der meisten TEN-Fans. Ich finde, dass TEN äußerst stark nachgelassen hat seit ihrem Live-Album aus 1998. Spellbound ist ein Tiefpunkt, ebenso ihr neustes Werk Return to evermore. Mit Babylon jedoch haben TEN jedoch noch mal ein gutes Album hingelegt. Der Stil der meisten Songs entspricht voll und ganz ihrem alten, herrlichen Stil. Nur am Sound kann man kritisieren. Die Sologitarre hat wieder diesen grässlichen Wuah-Wuah Sound, verliert dadurch leider an Härte und gutem Klang. Die Drums sind hier wieder härter, wirken jedoch etwas schwerfällig im Sound.
Das Album wird durch „The Stranger" eröffnet, ein super Song, sehr rockig, typisch TEN. Klasse Rhythmusgitarrenriffs, fetter Bass, ein toller eingängiger Refrain, ein paar Klasse Gitarrensoli und sogar ein kleines Keyboardsolo von Gastkeyboarder Don Airey, der Ged Rylands ersetzt. Nächster Song „Barricade" ist ein weiterer Höhepunkt, auch sehr rockig und hart, ebenfalls ein sehr eingängiger und mitreißender Refrain, ein Klasse Solo, einfach Spitze. Nächster Song „ Give in this time" ist eine nette Ballade, man hätte aber mehr draus machen können, ungewöhnlich wenig Sologitarre in diesem Song. „Love became the law" ist eine weitere Ballade, nur sehr viel besser, ein weiterer Höhepunkt eben. Herrlich epische und traurige Keyboards, fette Gitarren und Bässe, ein fantastischer Refrain und ein sehr episches und bombastisches Gitarrensolo, so wie man`s von TEN kennt. „The Heat" ist einer von drei Tiefpunkten des Albums, der Song ist ziemlich langweilig und kein TEN-Standard. „Silent rain", wieder eine Ballade, hebt das Niveau wieder deutlich. Diese Ballade ist recht traurig, hat einen herrlichen Refrain, dauerhafte Begleitung durch eine Akustikgitarre, insgesamt wieder sehr bombastisch und episch. „Timeless" ist der nächste Tiefpunkt, wieder ein langweiliger Song in schleppendem Tempo. Zwar klingt die Melodie der Strophen gut, doch der Rest des Songs ist schwach. „Black hearted woman" ist ein super Song, erinnert ein wenig an TEN-Meisterwerke wie „Don`t cry" zum Beispiel. Eine Klasse Melodie, man ist schon nach fünf Sekunden begeistert und merkt, dass dies hier ein Hammersong ist. Klasse Refrain, zwei coole Gitarrensoli, tolle Keyboard - und Basslinien. Dann, „Thunder in heaven", wieder ein Tiefpunkt. Völlig untypischer TEN-Song, eigentlich sogar unpassend zum Rest des Albums, erinnert zu stark ans Spellbound-Material. Und .... kein Gitarrensolo auch nur im Ansatz vorhanden. Die Ballade „Valentine" schließt das Album ab und ist zugleich der beste Song dieses Silberlings. Zunächst erklingt ein Piano-Intro, dann setzt Garys Gesang ein, begleitet von Streichern, später zusätzlich vom Bass, dann setzt der Rest der Band ein und lässt es ordentlich krachen .... harte Riffs, ein cooles Gitarrensolo, einfach genial.
Das letzte TEN-Album, das sein Geld wert ist, auch wenn es drei schwache Songs aufweist.