Söllner ist unnachgiebig, aber radikal-gewaltlos, er kifft, aber verabscheut Alkohol, er flucht und beleidigt alle, die ihm in die Quere kommen, ob Politiker, Richter oder Journalisten. Der gelernte Koch und Automechaniker verachtet grundsätzlich jede Form von Autorität, was im Prinzip in Bayern schon eine gewisse Tradition hat. Er sagt von sich, kein politischer Mensch zu sein, und gleichzeitig bekennt er sich radikal zum Rasta-Glauben. Aber es gibt auch die andere Seite des Söllner Hans, die liebevolle, die positive, die die schönsten Liebenslieder hervorbringen kann, voller Lebensfreude, so schlicht; seine sensible Seite eben.
Von Fans liebevoll als „wuider Hund von Reichenhall" oder auch als "Sau von Berchtesgaden" (was nicht das selbe ist, weil er da nicht wohnt - Norddeutsche aufgepasst, dazwischen liegen immerhin 14 Kilometer, was, die Geschichte zeigt es, durchaus entscheidend sein kann!) tituliert, worauf er durchaus stolz sein kann, besitzt er einen unverbogenen Menschenverstand, der ein gutes Gespür dafür hat, was Recht ist und was Unrecht. Von hiesigen Funk- und Fernsehanstalten weitgehend ignoriert ist er trotzdem nicht nur in Süddeutschland und Österreich ein Begriff, was wohl nicht zuletzt an unzähligen Gerichtsverhandlungen wegen Politikerbeschimpfungen oder Marihuana-Rauchens, an Auftrittsverboten oder behördlichen Verfügungen liegt.
Er muss halt immer, immer! seine eigenen Wege gehen, lässt sich nicht verbiegen, sagt unverblümt, was er denkt und ist gerade deshalb live am besten. Diese Doppel-CD ist die Quintessenz seiner Erfahrungen der letzten Jahre. Ehrlich, erfrischend und entwaffnend im Umgang mit dem Publikum.