Der Aufbau dieser Trilogie erinnert sehr an Babylon 5 selbst: Auch dort wurde ca. das erste Drittel dazu genutzt, die Charaktere vorzustellen, Hintergrundinformationen zu geben, die Geschichte ins Laufen zu bringen, und den Weg für interessante zukünftige Entwicklungen freizumachen. Genau so liest sich das Buch dann auch, und wenn man sich so wie ich nicht unbedingt für die Technomagier interessiert, sind vor allem die ersten 100 Seiten wohl eher uninteressant. Das ändert sich schlagartig, als Galen den Zauberspruch der Zerstörung entdeckt. An diesem Punkt hat man schon so seine Vermutungen, wohin sich die Geschichte entwickeln wird, doch die letzten 100 Seiten stellen dies alles auf den Kopf, und man wird mit Ereignissen konfrontiert, die man (zumindest im 1. Drittel der Geschichte) bestimmt (noch) nicht erwartet hätte.
Was das Buch besonders interessant macht, ist die herausragende Charakterisierung, allen voran natürlich die von Galen. Hier wird uns kein weiterer typischer Held vorgestellt, sondern jemand, der GANZ OFFENSICHTLICH seine Schwächen und Probleme hat, ein Mann mit einer recht traurigen Vergangenheit, die ihn genau zu dem verschlossenen Menschen gemacht hat, der er jetzt ist. Gerade als er dabei ist, sich langsam zu öffnen, passiert etwas, daß ihn einerseits nur noch verschlossener macht, ihn sich andererseits aber auch für eben diese Verschlossenheit hassen läßt. Nicht gerade eine günstige Konstellation, und ich bin wirklich schon gespannt, wie es mit ihm in den folgenden beiden Romanen weitergehen wird. Doch nicht nur Galen, auch alle anderen Charaktere bestechen durch ihre ganz eigenen Einstellungen und Persönlichkeiten. Niemand in diesem Buch ist frei von Fehlern, und eben das macht es so interessant.
Fazit: Ein klares „Kaufen & Lesen", und das nicht nur für B5-Fans...