Männergeschichten oder die Suche nach Mr. Right
Christine Westermann, den über 30-Jährigen unter uns noch von der Drehscheibe bekannt und den Jüngeren seit drei Jahren als charmante Co-Moderatorin von Götz Alsmann in der WDR Talkshow „Zimmer frei" ein Begriff, stellt pünktlich zum Kölner Bücherherbst ihren ersten Roman vor. Der Untertitel „Ein Roman aus dem Beziehungsdschungel" läßt am Thema des Buches keine Zweifel aufkommen. Es geht um das, worum es meistens geht: um die Suche nach Liebe. Das Buch, in Form eines Dialoges zwischen der Protagonistin und dem lieben Gott gehalten, läßt uns Leser über 250 Seiten hinweg an den, laut Klappentext, autobiographisch geprägten Beziehungsgeschichten der Autorin teilhaben. Der Dialog, der mangels Antworten des Schöpfers letztlich doch ein Monolog ist, liest sich wegen der permanenten Unterbrechung durch rhetorische Fragen etwas unruhig. Der Plot umfaßt eine Reihe in einandergeschachtelter Geschichten und aufgereihter Anekdoten, die mal mehr mal weniger witzig beschrieben sind. Sie finden sich hier alle wieder, die Traummänner, Gigolos, Profilneurotiker, Architekten, Italiener und Überraschungsgäste bei einem blind date. Trotzdem gibt sich der Roman im ganzen eher hakelig und unübersichtlich. Für alle, die sich besonders für das Privatleben von Christine Westermann interessieren sicher eine aufschlußreiche, wenngleich keine skandalträchtige Bilanz der letzten 30 Jahre. Offen bleibt zum Schluß jedoch die schon oft erfolglos gestellte Frage, ob jede/r Moderator/in, unbedingt ein Buch schreiben muß.