John Farris ist bei uns eigentlich mit anderen Romanen bekannt geworden, wenn man von 'bekannt' überhaupt reden kann. Sein bekanntestes Buch (hier stimmt es) ist
The Fury, nach dem Brian de Palma den Film
Teufelskreis Alpha gedreht hat.
Mehr als ein halbes Jahrhundert hat es gedauert, bis dieses Buch nun erstmals auf Deutsch erschienen ist. John Farris hat es damals unter seinem Pseudonym 'Steve Brackeen' veröffentlicht. Farris erzählt darin eine einfache Geschichte auf einfache Weise: Ein Gangster, der aussteigen möchte, wird zurückgerufen und muss einen letzten Auftrag übernehmen.
Der Weg der Hauptfigur Peter Mallory ist geradlinig; Farris erzählt seine Geschichte ohne Umwege. Ein Schritt folgt dem nächsten. Dabei setzt Farris seinen Helden diversen Gefahren aus. Das macht einen Teil des Vergnügens aus, den man beim Lesen hat: man ist neugierig, wie Mallory seinen Kopf aus der Schlinge ziehen wird. Auch, wenn es Farris seinem Helden nicht allzu schwierig macht.
Die Handlung könnte - zugegeben - raffinierter und besser konstruiert sein, aber Farris ist (wenigstens) ein guter Beobachter mit witzigen Formulierungen. Einen der Gangster beschreibt er so: 'sein Kinn war breiter als seine Stirn'. Das hat etwas von den Pulp-Magazinen, in denen Stories wie diese damals erschienen sind, oder von 'graphic novels'. Fast schon genial auch sein 'Dialog' mit dem kleinen Buben auf dem Dreirad, der mehr nickt als spricht und den Mallory beinahe nach dem Nummernschild eines Autos fragen möchte.
Vielleicht nicht der beste Band der Reihe, was die Story betrifft, aber einer, der sicher so viel Spaß macht, wie die anderen. Daher: vier Sterne für das Buch und ein fünfter für den Verlag, der dieses Buch endlich! hat erscheinen lassen.