Nein, natürlich nicht! BRMC kommen aus San Francisco und die neue (vierte) Scheibe ist ein Hammer. Das Trio - Peter Hayes (Gitarre, Gesang), Robert Levon Been (Bass, Gesang) und Nick Jago (Schlagzeug) - wird man nun definitiv wieder mit der Indie-Retro-Etikette bekleben müssen, obwohl der Major Deal bei RCA/Sony und etliche andere Umstände dagegen sprechen. Im Vergleich zum eher folkigen Vorgänger, hat diese Aufnahme turmhohe Wände aus Gitarren, kräftige Bässe und herrlich schräge, schartige Soli, ohne dabei je lärmig zu wirken. Retro? - Rock'n'Roll, definitiv Rock'n'Roll! Soviel zu den Schubladen. Nicht wegzukriegen ist allerdings der dauernde Vergleich mit "Oasis". Der schnoddrige Laid-back-Gesang, die GIBSON ES 335 auf dem Cover, die Vokalharmonien, all das erinnert doch sehr an die englische Band, die übrigens von BRMC sehr angetan ist und sie schon im Vorprogramm auftreten liessen. Die CD ist gut aufgebaut. Nach eher kultiviert-wild wirkenden Stücken ("Took Out" und "Berlin") kommen harmonische und hypnotische Sounds zum Zug. Beim Hören sind mir ausser "Oasis" spontan eine ganze Menge Bands eingefallen. Dies muss man als Zitate und nicht als Kopien begreifen, und hat seine Ursache wohl auch teilweise darin, dass ich seit dem Punkrock, Mitte der Siebziger, so ziemlich alles in Echtzeit auf mich einwirken liess. Die Platte sei damit zum Kauf empfohlen. Wem Vergleiche (die immer etwas hinken) nützen: Big Sugar, Black Crowes, White Stripes, Züri West, die alten U2, The Cult, The Doors (man lausche "American X"), Queens of the Stone Age und sogar die Beatles. Anspieltipp: 666 Conducer!