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Baboon Moon
 
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Baboon Moon

Nils Petter Molvaer Audio CD
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Produktinformation

  • Audio CD (16. September 2011)
  • SPARS-Code: DDD
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Col (Sony Music)
  • ASIN: B005F2SF96
  • Weitere verfügbare Ausgaben: Audio CD  |  MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Hörproben
Song Länge Preis
Anhören  1. Mercury Heart 5:55EUR 0,99
Anhören  2. A Small Realm 3:21EUR 0,99
Anhören  3. Recoil 5:12EUR 0,99
Anhören  4. Bloodline 4:04EUR 0,99
Anhören  5. Sleep With Echoes 5:16EUR 0,99
Anhören  6. Blue Fandango 3:05EUR 0,99
Anhören  7. Prince Of Calm 5:03EUR 0,99
Anhören  8. Coded 4:01EUR 0,99
Anhören  9. Baboon Moon 7:18EUR 0,99


Produktbeschreibungen

motor.de

Das Geheimnis der Reduktion: Baboon Moon" fasziniert durch schlichte Aufgeräumtheit und Präzision. Mit elementarer Urgewalt entfesselt Nils Petter Molvær einen instrumentalen Sturm, der alles niederreißt. Nils Petter Molvær ist wie ein Orkan. Im Auge herrscht trügerische Stille, bewegt man sich jedoch radial nach außen, gelangt man in einen unentrinnbar zerstörerischen Sog, der alles mit sich reißt. Mit "Khmer" schuf er damals einen Meilenstein im Fusion-Jazz, der seiner Zeit um Jahrzehnte voraus war und beinahe spielerisch elektronische Elemente mit Jazz-Kompositionen verband. Seither saugt der Norweger jegliche musikalische Inspiration in sich auf und formt sie zu seinem ganz eigenen Klangbild. Auf dem mittlerweile neunten Studioalbum tritt der Einfluss elektronischer Elemente zugunsten eines organischeren Ansatzes deutlich in den Hintergrund. Mit Stian Westerhus (u.a. Motorpsycho) und Erland Dahlen (Madrugada) hat er sich zwei gänzlich genrefremde Mitstreiter gesucht, deren musikalischer Background irgendwo zwischen progressivem Blues und experimenteller Rockmusik liegt. Dieser Nexus aus zweierlei Welten, die hier ungebremst aufeinander treffen, bildet eine unbeschreiblich explosive Verbindung, die "Baboon Moon" zu einer Art musikalischen Zeitbombe macht. Das Plattencover ziert das Gesicht eines Pavians, dessen Antlitz auf erstaunlich prägnante Weise die Essenz der gesamten Platte widerspiegelt. "Baboon Moon" ist elementar, archetypisch und voll düster-emotionaler Vehemenz. Beinahe cineastisch entrollt sich der dramaturgische Bogen vom ersten Augenblick an. Der Opener "Mercury Heart" steht dabei in einer Art Mikrokosmos Pate für das Gesamtkonzept des Albums. Mit Herzschlagrhythmus und Molværs charakteristisch ätherischem Trompetenspiel in Kombination mit dem seicht flirrenden Dunstkreis einer Ambient-Kulisse türmt sich der Titel nach und nach weiter auf. Wie die Ruhe vor dem Sturm hält er kurz inne, um dann in roher Ekstase mit gewaltigem Schlagzeug-Einsatz auszubrechen und zum Ende hin, auf den eigentlichen Extrakt reduziert, mit fragilem Trompetensolo in "A Small Realm" überzuleiten. Nils Petter Molvær – "Mercury Heart" Auf diese Weise spinnt sich über das gesamte Album ein organischer Erzählstrang, in dessen Korpus jeder Song eine spezifische Funktion verkörpert. Herausragend sind dabei die beinahe dionysischen Instrumental-Eruptionen wie beispielsweise "Recoil". Molvær spielt wie ein Derwisch bishin zum sich überschlagenden Trompetenton. Westerhus' knöchern dröhnendes Gitarrenspiel konterkariert famos, Dahlen hetzt den gesamten Song bis an den Rand des Verderbens und lässt ihn schlussendlich mit animalischer Wucht in einer langsam dahinrollenden Effekt- und Feedback–Kaskade kulminieren. "Coded" spiegelt gegen Ende den – in Molværs Spiel schon immer zentralen – Einfluss norwegischer Natur wieder. Aus einem verspielten Effekt heraus entwickelt sich der Titel zu einer facettenreichen Klanglandschaft und läutet nach vier Minuten träumerischen Dahinstolperns das titelgebende Finale "Baboon Moon" ein. Das greift zunächst die überbliebene Spannung aus "Coded" auf und steigert sie Stück für Stück, bis nach gut einem Drittel ein wilder Schlagzeug-Rhythmus einsetzt und von irgendwoher sirenenartig gehauchte "Aahs" dazustoßen. Das gesamte Konstrukt gerät ins Schlingern, dreht immer wieder subtil in die Disharmonie ab, kehrt aber zum Ende hin wieder zur ungekünstelt in Szene gesetzten Trompete zurück. "Baboon Moon" ist ein beeindruckender Beweis Molvær'schen Freigeistes. Die Platte gibt sich karg, reduziert und ungemein energetisch. Mit dieser präzisen Simplizität und dem stetig mitschwingenden, bedrohlichen Unterton übt sie einen rauschhaften Reiz aus und zeigt eine hochkarätige Momentaufnahme des Norwegers, der auf kreativen Abwegen einmal mehr Neuland betritt.

Kurzbeschreibung

Mit seinem Debüt-Album Khmer wurde der norwegische Trompeter Nils Petter Molvaer 1997 schlagartig bekannt. Sein Spiel war von einem ureigenen Sound, experimentellen elektronischen Klängen, Loops und Trip Hop-Elementen geprägt. Auf seinem neuen Album Baboon Moon, das bei Columbia/Sony Music erscheint, wagt Molvaer einen Neubeginn. Polarisierte er auf seinem letzten Album Hamada zwischen harmonischen und fast schon brutalen Passagen, finden auf "Baboon Moon" diese Pole wieder zu einer Einheit. Um dahin zu gelangen, stellte er eine neue Band mit zwei Seiteneinsteigern in den Jazz auf. Stian Westerhus gehört zu den innovativsten Gitarristen der jüngeren Generation, ist Klangvisionär wie Molvaer und bildet mit Motorpsycho-Drummer Kenneth Kapstad das Industrial-Duo Monolithic. Erland Dahlen hat sich als Drummer der norwegischen Band Madugada in der Alternative-Rock-Szene einen Namen gemacht. Baboon Moon wurde von Stian Westerhus produziert um die neue Klangauffassung noch stärker herauszustellen. Es besticht durch faszinierende Klangflächen, baut aber auch eine ungeheure Energie auf, die sich in gelegentlichen Eruptionen entlädt. Molvaer nennt es freien, schwarzen Progrock.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
sanftere töne ? 6. Oktober 2011
Von Stephan Urban TOP 500 REZENSENT
Format:Audio CD
das 1998 erschienene zweite album "khmer" des trompeters nils petter molvaer - etwas schaumgebremst auf ECM erschienen - hat mich aus den socken gehauen, weil - und ich lehne mich jetzt mal aus dem fenster - das auch von miles davis hätte sein können, der wieder mal in eine andere richtung aufgebrochen ist.

die zwischenzeitigen ausflüge in von extremen elektronikklängen und harten beats geprägte soundcollagen haben mir persönlich nicht allzuviel herausgerissen, wenn ich diesen scheiben auch hohe musikalische qualität attestieren muß und der gewisse geniale brachialfaktor molvaers immer durchschimmerte.

auf diesem album herrscht nun eine nebelhafte grundstimmung vor, begleitet wird molvaer von stian westerhus an diversen gitarren und erland dahlen an den drums, wobei die instrumente zum teil stark verfremdet sind, aber faszinierende gegenparts zu der gepresst aber sehr emotional gespielten trompete bilden.

molvaer selbst nennt das freien, schwarzen progrock. da mag sich nun jeder was anderes drunter vorstellen, im grunde ist das ein ruppiges, sehr innovatives jazzalbum, das mit seinen soundscapes und immer wieder ausbrechenden eruptionen eine aufwühlende, aber auch verstörende athmosphäre schafft, ohne dabei hässlich zu klingen oder zu nerven.

das klingt nicht vollkommen neu, ist aber auch unmöglich zu schubladisieren. es ist definitv keine musik für die kinderjause, es ist musik für fortgeschrittene jazzhörer mit hang zur avantgarde und ohne jeden zweifel ein grenzgeniales oeuvre.

klanglich ist das durch die zur soundgestaltung bewußt flächig eingesetzten rauschteppiche und die verfremdungseffekte nicht so leicht einzuordnen, das album klingt - wohl gewollt - ein wenig technisch, die trompete ist aber eher unlimitiert und glasklar eingefangen, da gibts nichts zu meckern.

feine sache!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Vorweg: ich höre das Album seit einigen Tagen rauf und runter und es transportiert viel, viel Gefühl. Und das ist für mich der wichtigste Aspekt bei der Musik. Deshalb großes Lob an die neue Produktion.
Am besten gefällt mir das Album an den druckvolleren Stellen, an denen der Beat treibend wird und das flächig verträumte verlassen wird (Stück 3 - Recoil). Dort wird es auch schon mal ein bisschen disharmonisch, aber sehr erträglich. Es gibt sehr wenig "Noise-Anteile" auf dem Album. Meiner Meinung nach richtig dosiert, gerade so, dass man sich in die folgende folgende Harmonisierung fallen lassen kann, ohne zu denken: "Oh mann, ist der KRach gleich wieder vorbei."
Ihr merkt, es schreibt jemand, der sich mit musikalischen Fachgebriffen nicht so wirklich auskennt. Aber ich hoffe ich habe trotzdem die Musik so beschreiben können, dass sich jemand was darunter vorstellen kann.
Für mich klare Hörempfehlung.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Deckard
Format:Audio CD
spielen in einer Band, das war mein erster Gedanke nach dem ersten Durchlauf. Ich weiss nicht welches Etikett man dieser Musik aufdrücken könnte, es ist mir auch egal. Für mich persönlich ist das Rock-Musik mit einer Jazz-Trompete. Ob man es ProgRock, oder PostRock, oder noch anders nennen soll spielt keine entscheidende Rolle, denn es es handelt sich, egal aus welchem Blickwinkel, um avantgardistische Musik, um neue, grenzwertige Sounderfahrungen. Um damit zurecht zu kommen, sie gar zu geniessen, muss man Erfahrungen weit jenseits von Casting-Shows und Chart-Breakern mögen. Wer keine Neigungen in diese Richtungen hat, dem kann ich nur dringendst abraten, das hier ist nichts für dich, lass es sein. Allen anderen, die 45 Minuten in eine andere musikalische Welt abtauchen wollen/können, kann ich nur raten, zugreifen. Vergleicht man diese Scheibe mit Molvaers Anfängen, dann stellt man fest das sich Musik deutlich geändert hat. Der sphärisch, schwebende Sound domiert nicht mehr, er steht vielmehr in Balance zur härteren rockigen Gitarre. Gitarre und Drums sind nicht mehr nur unterstützendes Beiwerk sondern gleichberechtigte Partner. Dadurch ergibt sich für mich auch die Verschiebung vom Jazz zum (Jazz)Rock.
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