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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 23. August 2007
Mit Babel komplettiert sich die Trilogie von Alejandro González Iñárritu, zu der auch "Amores perros" und "21 Gramm" gehören. Alle Filme verknüpfen das Schicksal verschiedener Menschen auf der ganzen Welt durch scheinbar zufällige Nichtigkeiten oder Geschehnisse auf tragische Weise.
Leider reicht "Babel" nicht an "Amores perros" heran, dennoch ist es ein sehenswerter Film, der zeigt, dass die heutige Welt (wir sprechen ja so gerne vom Kommunikationszeitalter!) nichts weiter ist als ein unglaubliches Sprachgewirr, dass wir unsere Mitmenschen, manchmal nicht einmal uns selbst verstehen.
Immer wieder stellt der Film die Frage des "Warum" und kann sie dabei selbst nicht beantworten, zeigt lediglich, dass unser eigenes Unvermögen, andere zu verstehen, Handlungen nachzuvollziehen, aber auch Dinge zu hinterfragen oft das größte Übel sein kann.

Gespielt ist der Film sehr gut und auch Kamera und Schnitt sind gelungen. Jedoch fühlt man stets eine gewisse Distanz zwischen sich und den Protagonisten, anders als bei "Amores perros", wo man mitten im Geschehen zu stehen schien. Dennoch: Ein berührender Film, den man gesehen haben sollte!
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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Januar 2008
Babel hat mich noch lange nach dem abendlichen Anschauen beschäftigt.Der Film gehört sicher nicht zu der Kategorie feierabendlichen-Unterhaltungskinos,in ihm stecken viele Aussagen.
Mit einer geschickt inszenierten Handlungsaufteilung, die erst im Laufe des Filmes den Gesamtkontext ergibt,erreicht Babel Spannung. Die Handlung an sich ,ist aufgeteilt in das Schicksal verschiedener Menschen,die mit kulturellen, wirtschaftlichen und vor allem zwischenmenschlichen Problemen zu kämpfen haben.Ein amerikanisches Ehepaar befindet sich auf einer Reise in Marokko( Brad Pitt und Cate Blanchet).Ihre Ehe ist zerrüttet, wie die weite Wüste,in der sie mit einem Reiseunternehmen,jene Bustour starten, auf der eine Gewehrkugel die Fensterscheibe durchschlägt.Die Ehefrau wird dabei lebensgefährlich verletzt. Zwei Jungen haben diesen Schuss ausgelöst,beim Testen ihres Gewehres,mit dem sie die Ziegenherde des Vaters vor Schakalen bewachen sollten.
Parallel dazu,wird das Kindermädchen,des amerikanischen Ehepaares in eine schwierige Lage gebracht.Eine Hochzeit,der in Mexico beheimateten Familie findet statt,dabei müssen die Kinder mit über die Grenze von Kalifornien zu Mexico genommen werden.Ein dritter Handlungsstrang findet auf der anderen Seite der Erdkugel statt.In Japan,lebt ein gehörloses,pubertierendes Mädchen,alleine,nach dem Tod der Mutter,mit dem Vater zusammen.Der Vater ,ein Grossunternehmer hat kaum Zeit für das Mädchen. Die dargestellten Charaktere setzen sich also aus den unterschiedlichsten Menschen,an so verschiedenen Orten und in gänzlich anderen Lebenssituationen zusammen.Doch, sie sind verbunden ,vernetzt durch das Gewehr, den Schuss,durch eine spontane Situation.Hier fiel mir das Sinnbild des Schmetterlinges ein,der auf der anderen Seite der Erde ein Erdbeben auslöst.
Die Bildsprache des Films ist beeindruckend.
Auf der einen Seite sehen wir eine karge Wüstenlandschaft,in der die Menschen früh altern und Kinder schon mit vielzuviel Verantwortung konfrontriert werden.Demgegenüber steht eine eher künstliche,dichtbevölkerte Metropole,in der eine permanente Reizüberflutung und Oberflächlichkeit herrscht.Eine Kultur, die befremdlich wirkt.Die Szenerie in Mexico ist eher amerikanisch,mit ihrer Justiz,dem Umgang mit Ein und Auswanderung an der Grenze.
Jede Person trägt in Babel ein Schicksal,ein Lebensproblem, auf eigene Weise .Menschliches Leid wird hier auf verschiedensten Ebenen deutlich. Die leidtragenden sind die Kinder, die mit den Problemen der Erwachsenen nicht umgehen können und so desorientiert werden.
Babel, ein Film mit einerseits Starbesetzung und auch unbekannten Darstellern. Die Ereignisse rund um den Globus wurden in ihrer jeweiligen Kultur vernetzt,zu einem Geschehen, das erst in den letzen Filmminuten zusammenläuft. Untertitel ersetzen die Synchronisierung zum Teil, um den Charakter der Landeskultur zu wahren. Herausragend empfand ich die Darstellung,der Erlebenswelt,des gehörlosen Mädchens. Hier wurde der Ton zum Teil weggenommen,und wir als Zuschauer,erleben die Situation quasi auch gehörlos.Nur ein dumpfes Rauschen bleibt,wie der Blutstrom im Innenohr.
Dieser Film erhält in meiner Bewertung alle fünf Sterne.
Ich empfehle ihn aber nicht,um abends abzuschalten und danach in Ruhe den Tag zu beenden. Mich hat er beschäftigt.
Ein Meisterwerk.
Tom Netzer
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43 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Es gibt Filme, deren emotionalem Sog man sich kaum entziehen kann. Filme, die einen aufrütteln und nicht mehr loslassen.

"Babel" ist ein solcher Film. Nach "Amores Perros" und "21 Gramm" erschafft der mexikanische Regiekünstler Alejandro González Inárritu sein Meisterstück. Mit diesem Film vollendet der Filmemacher seine Trilogie über Schuld, Sühne, Schicksal und Zufall. Doch während seine ersten beiden Werke, die ohnehin schon zu den faszinierendsten dieses Jahrzehnts gehören, noch kleinere Schönheitsfehler aufwiesen, erweist sich "Babel" nun als prinzipiell vollkommenes Werk.

Es kommt nur wirklich selten vor, dass man als Zuschauer von einer Geschichte vom ersten Moment an so fasziniert ist und somit über die gesamte Laufzeit emotional völlig involviert bleibt.
Inárritu gelingt dieses Kunststück.

Die episodenhafte Struktur hat der Regisseur auch schon in seinen vorigen Werken angewandt. An und für sich ist diese Art des Filmemachens gewiss nichts neues, denkt man da beispielsweise an Tarantinos Filme, vor allem natürlich "Pulp Fiction" oder auch an die von Robert Altman ("Short Cuts") und Paul Thomas Anderson ("Magnolia"). Doch nicht nur, dass einzig und allein echte Meister diese Technik beherrschen, führt Inárritu diesen Stil auf eine neue Ebene. "Babel" umfasst die miteinander verwobenen Schicksale verschiedener Menschen über den gesamten Globus verteilt.

Zugrunde liegt dieser wie auch schon in "21 Gramm" nicht chronologischer Struktur die Theorie des Schmetterlingseffekts. In diesem Fall ist es der versehentlich ausgelöste Schuss aus einem Gewehr zweier marokkanischer Hirtenjungen, der eine amerikanische Touristin (Cate Blanchett) trifft. Diese ungewollte Tat löst eine Kette dramatischer Auswirkungen auf drei verschiedenen Kontinenten aus.

Inárritu schafft es ohne Zweifel auf meisterhafte Weise, diese heikle Geschichte nicht nur plausibel, sondern auch emotional dicht und extrem intensiv zu erzählen.
Ihm gelingt es, Emotionen für das Publikum wirklich spürbar zu machen.

Der häufig dokumentarisch wirkende Inszenierungsstil wirkt spontan und ungemein direkt, sodass der Zuschauer wirklich voll und ganz bei der Sache ist. Die Atmosphäre der jeweiligen Länder, so unterschiedlich wirkenden Länder kann man so fast schon schmecken.
Kameramann Rodrigo Prieto, der wohl zu den besten seiner Zunft gehört, erschafft diese Bilder mit unglaublicher, fast schon selbstverständlich scheinender Bravour.

Inárritu drehte "Babel" über die Zeitspanne von ganzen 101 Tagen, sicherlich ein enorm ambitioniertes Unterfangen, das die Crew immer wieder vor logistische Probleme stellte. Teilweise ohne Dreherlaubnis (Tokio) und mit Laiendarstellern gefilmt, ist es erstaunlich, wie Inárritu all diesen Problemen trotzte und gemeinsam mit seinem Cutter einen großartigen Film formte.
Sein Stil führt zudem stets zu Höchstleistungen der Darsteller. Besonders Entdeckung Rinko Kikuchi brilliert als stummer Teenager in der Japan-Episode. Ihre Darstellung wirkt so authentisch und gefühlvoll, dass der Zuschauer keinen Moment an ihrer Behinderung und an ihren Gefühlen zweifelt. Ihr gehört auch der ungemein kraftvolle Schluss des Films, der den Zuschauer sprachlos und wie gelähmt zurücklässt. Ach Brad Pitt beweist eindrucksvoll mit seiner gewagten Performance, dass er ein wirklich außergewöhnlich talentierter und nuancierter Darsteller ist.

"Babel", der 2007 für sieben Oscars nominiert und schließlich nur die Auszeichnung für die beste Musik von Gustavo Santaolalla gewinnen konnte, ist einer der wirklich großen Filme der letzten Jahre, ein auch politisch brisantes Werk, das in schlechten Zeiten eine Botschaft der Hoffnung vermittelt und das Publikum so aufs Tiefste berührt.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. März 2008
"Der Herr zerstreute sie von dort aus über die ganze Erde und sie hörten auf, an der Stadt zu bauen. Darum nannte man die Stadt Babel, denn dort hat der Herr die Sprache aller Welt verwirrt, und von dort aus hat er die Menschen über die ganze Erde zerstreut." (Genesis 11, 5-6)

So endet also die Trilogie des Regisseurs Alejandro González Iñárritu...
Babel erzählt 4 Geschichten, welche im 1. Moment nichts miteinander zutun haben. Doch im Laufe des Filmes klärt sich ein Rätsel nach dem anderen und man erfährt das große Ganze.
Es erzählt jedoch auch die Geschichte des Unverständnisses das die Menschen sich gegenseitig zeigen. Sie verstehen sich nicht mehr, und dies ergibt auch den Titel dieses Filmes.

Ich will aber in dieser Rezension nicht auf die Geschichte des Filmes eingehen, sondern darauf, dass Babel einer der besten Filme 2006 war, wenn nicht sogar der Beste (aus meiner Sicht).
Denn diese Erzählweise die Inarritu benutzt ist einfach nur Klasse und zieht den Zuschauer in seinen Bann. Doch nicht nur die Erzählweise ist Klasse, sondern auch die ausdrucksstarken Bilder die er sich bedient und die tragischen Momente in diesen Geschichten. Sei es der Diskobesuch der taubstummen Japanerin (die Klasse von Rinko Kikuchi gespielt wird) oder der verzweifelte Kampf des Amerikaners um seine Frau (Brad Pitt und Cate Blanchett).

Das sind diese Momente des Filmes die den Zuschauer fesseln und ihn nachdenken lassen, das sind diese Momente die diesen Film zu etwas besonderem machen, aber das sind auch diese Momente diese Trilogie auszeichnen.
Jedem dem Babel gefällt, wird auch 21 Gramm und Amores Perros gefallen und natürlich gilt auch der Umkehrschluss.

Alles in allem muss man aber sagen, dass Babel, obwohl er ein super Film ist meiner Einschätzung nach nicht an die Vorgänger heranreicht, da diese diese Knotenpunkte zwischen den Geschichten eindringlicher gestaltet haben und die Geschichte dort mehr eine Einheit darstellte...

Trotzdem von mir eine klare Kaufempfehlung :)
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 2. September 2007
Einzige Gemeinsamkeit zu LA Crash: Es sind beides Episodenfilme, die am Ende die einzelnen Handlungsstränge zu einem grossen Ganzen versuchen zu verknüpfen. Gegen "Babel" ist der letztjährige Oscargewinner LA Crash aber eine Seifenblase und aussagetechnisch leider eine Null. Diese Einschätzung hatte ich anfangs nicht, ich glaube LA Crash hatte die Gabe durch die einzelnen emotionalen, fast schon magischen Szenen eine gewisse Augenwischerei zu betreiben, dies gelang durch diese Art der visuellen Manipulation. Erst im Hinterher bemerkt man dann die Armut des Inhalts, wie viel die Macher dem Zuschauer zwingend aufgedrückt haben und erkennt wieder mal eindrücklich, wie man mit einer brillianten Form dem Zuschauer abstrakte Pseudobotschaften unterjubeln kann.
"Babel" dagegen ist in seiner meditativen Stille extrem wuchtig und gibt wirklich allerhand Möglichkeiten über sich und über die Welt nachzudenken, hier gibts wirklich kein aufgeblustertes Tralala sondern hier gehts elementar zur Sache. Den Mitmenschen nicht verstehen können und wie es trotzdem beinahe unbedeutende eigene Handlungen schaffen, die Umgebung gravierend zu verändern. Inmitten der Szenerie Hass und Liebe, Angst, Macht und Gewalt dicht beieinander.
Die drei Handlungsstränge Marokko, Tokio und Mexico sind so atmosphärisch dicht und glaubwürdig ineinander verwoben, nicht nur einzelne Szenen sind genial, auch die sehr subtilen Kernfragen, die der Film aufwirft, sind niemals in holzhammerartige Botschaften verpackt, sondern sie regen zum Nachdenken an und lösen wirkliche Gefühle aus.
Ein grossartiges Ensemble, bei dem man Rinko Kikuchi und Adriana Barraza besonders hervorheben darf, rundet diesen wahrlich grossen Film ab.
Leider unterlag "Babel" bei der Oscarverleihung dem wesentlich schwächeren Film "Departed"...gut, ich liebe Scorsese, aber dass er ausgerechnet mit einem seiner schwächsten Film endlich den vom Gesamtwerk aus betrachtet wohlverdienten Oscar erhalten hat, ist angesichts so eines genialen Konkurrenzfilms nicht mal mit dem "der ist jetzt endlich der Reihe" Bonus zu rechtfertigen.
Eine weitere Ironie des Schicksals: Im vorjährigen Oscarrennen gewann dann so ein Episodenfilm, eben LA Crash, gegen den weitaus besseren "Brokeback Mountain"....
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. August 2007
Der Film verbindet vier Geschichten die auf den ersten Blick nicht wirklich viel miteindander zu tun haben. Im Unterschied zu ähnlichen Verknüpfungsfilmen wie z. Bsp. Amores Perros oder Magnolia, die in einer Stadt spielen, spielen diese 4 Geschichten verteilt auf dem ganzen Erdball.
Die Geschichten ähneln sich dabei vor allem in einer Hinsicht: Die jeweiligen Protagonisten manövrieren sich, ob selbstverschuldet oder nicht, in eine mißliche Lage: 2 marrokanische Jungs schießen beim Bewachen ihrer Ziegenherde auf einen Touristenbus,dabei wird die Touristin Susan (Cate Blanchett) in die Schulter getroffen. Ihr Ehemann Richard (Brad Pitt) muss nun versuchen in der kargen, verlassenen Gegend Hilfe aufzutreiben. Da die Haushälterin der beiden zur Hochzeit ihres Sohnes, die in Mexiko stattfindet nicht freibekommen hat, nimmt sie Debbie und Mike, die Kinder von Richard und Susan kurzerhand mit auf eine reise, die nicht gerade unproblematisch von statten geht... Währenddessen kommt die taubstumme Chieko, die in Tokio lebt, nach dem Tod ihrer Mutter und den Problemen die ein Leben als Taubstumme aufwirft nicht zurecht und flüchtet sich in Drogen und Parties.
Gerade aus den hieraus entstehenden Problemen zieht der Film seinen Anspruch: Er stellt die Frage nach Schuld bzw Unschuld: Warum kamen die Protagonisten in eine derartige Lage, wer trägt die Verantwortung dafür? Dabei sind die Geschichten jedoch nicht schwarz oder weiß, man kann die Schuld keiner bestimmten Person zuordnen, das Zusammentreffen vieler Faktoren bestimmt den Verlauf der Geschichte und der Situationen in denen die Protagonisten sich wiederfinden.
Die Bilder der Kamera fangen dabei die verschiedenen Gegebenheiten auf beeindruckende Art und Weise ein: Körnig und nahezu farbklos in der kargen Wüstenlandschaft Marrokos, grell, bunt und mit schnellen Schnitten im Tokioer Nachtleben.

Fazit

Anspruchsvolles Kino mit Botschaft, dabei sicher nicht jedermanns Fall.
Der Film unterstützt das Wegkommen vom Schwarz/Weiß denken und das ewige Einordnen in gängige Schemata, darüber hinaus regt er sehr stark zum Nachdenken an und beschäftigt einen durchaus auch noch 2 Tage später. Vor allem hieraus zieht der Film meiner Meinung nach seine Qualität. Er zeigt dass es kein Schuldig/Unschuldig gibt, sondern dass sich das Leben in den Bereichen dazwischen abspielt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. November 2009
Wer einen Film mit Handlung sucht, bei dem die schauspielerische Leistung und nicht das Knall-Bum-Peng-Hollywood-Special-Effects-Kino im Vordergrund steht, der ist hier an der richtigen Adresse.

Kein Mainstream, kein Mega-Blockbuster oder Kassenschlager, sondern eben ein Film, der durch seine Einfachheit und Bildersprache besticht. Ich kann den Film jedem empfehlen, der mal einen Film mit großen Hollywood-Schauspielern sehen möchte, der aber völlig untypisch und anders ist, als das was man meist von Hollywood vorgesetzt bekommt. Ein Film, den man auf ARTE oder 3sat sehen könnte, aber eben nicht unbedinbt bei RTL oder SAT1. Ich habe ihn schon im TV gesehen. Ich weiß nur, dass es ein werbefreier Sender war. Ich werde ihn mir aber nochmals ausleihen, da mir der Film sehr gut gefallen hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. März 2014
Zuerst dachte ich, nach 2:20 Stunden inklusive 7 Minuten Abspann: Fantastisch geschrieben, fantastisch gefilmt. Wie die Geschichten auf drei Kontinenten sich verschränken, ohne dass es zu aufdringlich wird: Exzellent. Die Oscar-gekrönte Musik bleibt unaufdringlich und wird trotz der epischen Wüste und der dramatischen Ereignisse nicht schwülstig.

Später kamen mir doch ein paar Bedenken vor allem am Buch:
- Den Japan-Teil könnte man verkürzen oder sogar ganz rausschneiden; die japanische Hauptfigur hat mit der Haupthandlung nichts zu tun und ist zeitweise peinlich
- die Geschichten tendieren ohnehin ins Tragische, und dann bekommen einige Figuren auch noch eine dunkle Seite oder Vergangenheit (Baby gestorben, Frau beging Selbstmord, exhibitionistische oder sexuell aggressive Teenagerinnen), das ist zu filmi
- ein Japaner schenkt ein in Japan registriertes Gewehr einem marokkanischen Schafhirten - denkbar?
- der Schafhirte gibt das Gewehr sofort seinen kleinen Söhnen, die damit sofort gekonnt herumballern - denkbar?
- die illegal in den USA lebende mexikanische Kinderfrau fährt für eine Hochzeit über die Grenze und zurück und nimmt dabei die weißen Kinder mit - denkbar?
- die Art der dargestellten Jugendsexualität weckt Unbehagen und ist völlig überflüssig
- Blanchett leider meist schwerverletzt und außer sich
- die Ausstrahlung und der Safari-Look von Blanchett und Pitt schreien Großes Kino in Afrika, es ist zu klischiert verhübscht (und erinnert auch an Himmel über der Wüste, 1990, ebenfalls in Marokko gedreht, ebenfalls mit einem Krankenlager)

Es bleibt dabei, dass die Geschichten exzellent verzahnt sind, insgesamt großes Kino. Bonus auf der Bluray: 90 Minuten interessante Doku über 101 schwierige Drehtage auf drei Kontinenten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ein kalífornisches Ehepaar (Brad Pitt und Cate Blanchet) befindet sich auf einer Busreise durch Marokko. Dort wird die junge Frau im Bus von einer Kugel getroffen. Täter ist ein etwa 10 jähriges Kind, das aus Mutwillen mit dem Gewehr seines Vaters auf den Bus gezielt hat. Verletzungs- bzw. Tötungsabsicht lagen nicht vor. Der Junge spielte und war sich der Tragweite seines Tuns nicht bewusst.

Da die Kalífornier zunächst nicht wissen, wer geschossen hat, vermuten sie, dass Terroristen es waren und reagieren mit Angst vor weiteren Anschlägen. Im Bus ist kein Arzt. Ein solcher wird aber dringend benötigt, weil die Frau zu verbluten droht. Der Busfahrer fährt eines der archaischen Dörfer in der kargen marokkanischen Landschaft an, damit man die Behörden anrufen und Hilfe herbeiholen kann. Die Behörden bemühen sich, arbeiten aber so langsam, wie überall auf dieser Welt. Der Arzt im Dorf verfügt über nur wenige medizinische Geräte und näht die Schusswunde der Frau ohne Narkose provisorisch zu, damit sie nicht verblutet. Zuvor hatte eine alte Marokkanerin mit ihrer bloßen Hand die Wunde am bluten gehindert und sich rührend um die fremde Frau gekümmert. Die Dorfbewohner erweisen sich als überaus hilfsbereit. Diese Hilfsbereitschaft haben die Kalifornier im Bus nicht, sie lassen das Ehepaar im Stich. Sie wollen weiter, weil sie Angst vor Terrorísten haben. Es mangelt ihnen an Mitgefühl und Zivilcourage.

Während das Ehepaar auf einen Hubschrauber wartet, damit die Frau in einem Krankenhaus operiert werden kann, ihr Leben hängt an einem seidenen Faden, ereignen sich aufgrund des Geschehens in Kalifornien, in Mexiko und in Japan Dinge, die im kausalen Zusammenhang zu den Geschehnissen stehen...

Ein illegal in Kalifornien lebendes, sehr hilfsbereites und liebvolles Kindermädchen verliert ihre Aufenthaltsgenehmigung, weil es allen gerecht werden wollte, ein taubstummes japanisches Mädchen, das über den Tod ihrer Mutter nicht hinwegkommt und das gerne so leben möchte wie alle anderen jungen Menschen, versucht ihren Vater vor der Polizei zu schützen, weil es glaubt er habe ihre Mutter umgebracht. In Wahrheit recherchiert der Polizeibeamte jedoch wegen der Waffe, mit dem die kalifornische Frau angeschossen wurde und die der Vater des japanischen Mädchens, während einer Marokko-Reise aus Dankbarkeit dem Vater des zehnjährigen Täters geschenkt hat, weil dieser sich als guter Jagdführer erwies...

Was sind Zufälle? Weshalb ergibt sich so häufig aus positiv Gemeintem Negatives?

Mich haben die unterschiedlichen Welten beeindruckt: Die archaische Welt der Marokkaner, die Lebensfreude in der Welt der Mexíkaner, die Verbitterung in der Welt der jungen Menschen Tokios, die in einem surrealen, völlig technisierten Umfeld nicht mehr fühlen, dass sie noch leben, die Welt der hochmütigen, satten Ameríkaner, die die Bevölkerung armer Länder durch die Scheiben eines klimatisierten Reisbusses wie Affen im Zoo betrachten, obschon sie von diesen Menschen viel lernen könnten im Hinblick auf Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft, wie dieser wunderbare Film deutlich macht.

In "Babel" wird kaum gesprochen. Es sind die Bilder, die erzählen und nachdenklich stimmen. "Babel" macht deutlich, dass Sprache nicht notwendig ist, um seinem Nächsten, egal wo auf dieser Welt, Empathie entgegenzubringen.

Empfehlenwert.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Niemand beherrscht das Verweben von Erzählsträngen so perfekt wie der mexikanische Regisseur Alejandro Gonzáles Inártu. Das stellte er bereits in seinen Filmen "Amore Perros" und "21 Gramm" unter Beweis. Mit "Babel" hat er einen großartigen, Oskar verdächtigen Film, über die moralisch-menschliche Globalisierung gemacht. Er belegt eindrucksvoll, dass wir für unsere Handlungen eine Verantwortung tragen, die weit über unseren privaten Raum hinausgeht. Sie reicht im Film um die Welt. Ein auslösendes Moment führt zu einer Kette von Ereignissen, die vier Schicksale auf unterschiedlichen Kontinenten miteinander verbindet. Es ist eine Kette der Kausalität, die sich um den Globus spannt. Der Autor erzählt vier Geschichten, die er in gleicher Reihenfolge Episodenartig aufreiht.

Zum Plot: Alles beginnt damit, dass ein japanischer Großwildjäger seinem treuen marokkanischem Führer ein Gewehr schenkt. Der verkauft das Gewehr an einen Nomaden, dessen beiden Jungens beim Hüten der Schafherde unkontrollierte Schießübungen machen. Und ein Schuss auf den Bus, in dem ein amerikanisches Paar (Cate Blanchett und Brad Pitt) durch die marokkanische Wüste fährt, löst eine Serie von Ereignissen aus, die alle miteinander involviert sind. Betroffen ist das amerikanische Kindermädchen des US-Paares in San Diego, die die ihr anvertrauten Kinder zusammen mit ihrem Neffen nach Mexiko zur Hochzeit ihres Sohnes mitnehmen muss, weil die Eltern wegen der Schussverletzung die die Mutter erlitten hat, in einem abgeschiedenen marokkanischen Dorfe ohne ärztliche Hilfe festsitzen.

Am anderen Ende der Welt, in Tokio, begegnen wir einem taubstummen japanischen Mädchen, das seit dem Selbstmord ihrer Mutter ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Vater und dessen mysteriöser Vergangenheit hat. Sie revoltiert gegen ihren Vater, nimmt Drogen und erlebt sexistische Exesse. All diese Geschichten und Schicksale haben auf den ersten Blick scheinbar keine Verbindung. Doch der Regisseur benutzt das biblische Motiv des Turms von Babel in seinem Titel. Beim Turmbau von Babel wurden die Menschen bekanntlich von Gott, durch unterschiedliche Sprachen, mit einer erschwerten Kommunikation bestraft. Und so ist schließlich auch dieses "Sicht-nicht-Verstehen" ein weiteres prägendes Motiv dieses großartigen Films.

Das Ehepaar landet in einem marokkanischen Dorf ohne Englisch sprechende Bewohner, das Kindermädchen gerät auf Grund ärgerlicher Missverständnisse, obwohl alle Spanisch sprechen können, in eine lebensbedrohende Situation. Das taubstumme japanische Mädchen schreit ohne Worte seine Umwelt an.

Und eine weitere interessante Sichtweise arbeitet Alejandro Gonzáles Inártu heraus, nämlich wie sich das weltweit gespannte, nicht offenkundige Band zwischen Arm und Reich darstellt. Die Sorgen und Misslichkeiten der "Dritt-Welt-Länder" kommen auf die Reichen zurück. Er arbeitet mit einer eindrucksvollen Metapher, denn die Erste Welt" -das amerikanische Ehepaar- wird symbolisch von dem verwundet, was sie in der Person des Japaners und in Gestalt der Schusswaffe, in der "Dritten Welt" zurückgelassen haben und damit gedankenlos, etwas Tragisches ausgelöst hat.

Ein hoch aktuelles Thema, voll schmerzhafter Vehemenz, brillant verfilmt. Oskarverdächtig, nicht nur wegen der der beeindruckenden schauspielerischen Leistungen, sondern auch wegen der außerordentlichen, exzeptionellen, visionären Regieleistung.
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