"Babeck" ist die zweite Folge einer Serie, mit der das ZDF den Durbridge-Mehrteilern der ARD Paroli bieten wollte. ("Der Tod läuft hinterher", "11Uhr 20") Wie bei den meisten dieser Filme darf man es mit der Logik der Handlung nicht allzu genau nehmen.
Die Faszination ergibt sich aus den Schauspielern, die noch immer irgendwie auf der Bühne zu stehen scheinen und aus der Tatsache, daß das Fernsehen damals noch recht frisch war. Diese Ursprünglichkeit kann sich auch manchem jüngeren erschließen, wenn er will und kann.
Die Hauptrolle sollte ursprünglich Curd Jürgens spielen. Doch der brach sich ein Bein und so mußte das Drehbuch umgeschrieben werden: Er war nun "Der Mann im Rollstuhl" (Teil 3), fast eine Nebenrolle, die er nicht gerne übernahm...
Die Technik ist wiedermal unbefriedigend. Immer wieder zeigt sich, daß die Sendeanstalten im Besitz ganz unterschiedlicher Qualitäten des Filmmaterials sind und die Produzenten dieser DVD manchmal eine miese Kopie "erwischen". Wer in 1995 die ZDF-Wiederholung auf sehr gutem VHS-Material konserviert und inzwischen selbst digitalisiert hat, kann sich den Kauf sparen, sofern er mit dem "Logo" leben kann.
Zumal man -leider- auf die "Was bisher geschah"-Rückschauen verzichtet hat, die unmittelbar zur Produktion gehören und von dem legendären Reinhard Glemnitz ("Der Kommissar") gesprochen wurden.
Anders als bei manchen ARD-Produktionen ("Semmeling") war man hier wenigstens so schlau, den Layer-Break nicht "irgendwohin" zu setzen.
Als "Bonus" befindet sich neben einer laufenden (z.T. farbigen!) Foto-Schau ein ruhiges "Sonntagsgespräch" mit ZDF-Dieter Zimmer und dem Autor Herbert Reinecker (1985), der selbst vollkommen fernsehuntauglich ist, für den man sich aber trotzdem 30 Minuten Zeit nahm, - weil man sie sich eben nahm.
Wenn man so will, auch dies ein Stück Fernsehgeschichte aus einer Zeit, in der dort noch ganze Sätze gesprochen wurden und man nicht alle 30 Sekunden irgendeine Halli-Galli-Kasperei veranstalten mußte, um die Leute von der Fernbedienung abzulenken.
Das ist denn auch die Faszination dieser ganzen alten Filmerei: Eintauchen in eine andere Zeit...