Anfang der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts spielt dieser Roman, in dem imaginären Industriestädtchen Zenith in den USA. Es ist die Geschichte des halbgebildeten Babbitt, der eines Tages beschließt, seinem Gefühl der Unzufriedenheit nachzugeben und aus seinem geordneten Leben auszubrechen. Zwar wird er selber am Ende scheitern, doch in seinem Sohn sind Ansätze des Rebellen zu erkennen, der zu sein Babbitt nie den Mut hatte.Man braucht viel Zeit, um diesen Roman zu lesen. Man muss endlose Seiten überwinden und sich auf den Tagesablauf des George F. Babbitt einlassen, um die Tragweite seiner Entscheidung zu erfassen, seinem Drang nach Freiheit nachzugeben. Dieser Roman ist nicht nur die manchmal satirisch-ironische Darstellung des Spießertums in den USA, das zwischen Geschäft und Kirche existiert. Es ist auch die Geschichte einer tragischen Persönlichkeit, die sich ungewollt in Konventionen verstricken muss, um in der kapitalistischen Welt überleben zu können. Lewis gelingt eine gekonnte und bis ins kleinste Detail stimmige Darstellung des amerikanischen Mittelstandes. Leider bedient er sich dabei mitunter Handlungssträngen, die lächerlich wirken, wenn er sich zum Beispiel lang und breit über die abfälligen meinungen höher gestellter Personen über Babbitt auslässt und Babbitt anschließend exakt das Selbe über niedriger gestellte Personen sagen lässt. Das sind überflüssige Kunstgriffe. Lewis hatte gehofft, für diesen Roman den Pulitzerpreis zu bekommen. Er bekam ihn nicht und war sauer. Zu unrecht, wie ich finde. Es gibt deutlich bessere Romane von diesem Autor. Trotzdem ist auch dieser ein Roman, den man lesen sollte, wenn man das Wesen des reichen Durchschnitts-Uncle-sams ein wenig besser erfassen möchte.