Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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143 von 193 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Sehr authentische Verfilmung mit einem Schwachpunkt... , 5. November 2008
... Regisseur Uli Edel hat in die rund 150 Minuten Film einfach zu viel hineingepackt. Ich kenne die RAF und ihren Terror nur aus Büchern und Dokumentationen. Somit ist zumindestens das Grundwissen bei mir vorhanden und es ermöglicht diesem komplexen Film halbwegs gut zu folgern. Aber diejenigen, die über den Film vielleicht mehr von der RAF und ihren Taten erfahren wollen, sind wahrscheinlich hoffnungslos verloren in der Komplexität der Ereignisse.
So wird die Zeit der RAF doch bei manchen Zuschauer ein erhebliches Defizit an Allgemeinwissen verursachen. Das man sagen muss, dieser Film ist eher für jemanden geeignet, der die Namen wie Ulrike Meinhof, Andreas Baader oder Brigitte Mohnhaupt zumindestens schon mal im Zusammenhang mit der RAF gehört hat und dem Namen wie Hans-Martin Schleyer oder Siegfried Buback nicht ganz unbekannt sind.
Die erschütternd authentisch wirkende Verfilmung des nationalen Traumas aus den 70er Jahren spart nämlich an keinem Detail. In Verbindung mit dem gleichnamigen Buch von Stefan Aust bietet der Film für geschichtlich Interessierte trotzdem eine gute Ausgangsbasis. Dieser Film ist kein Terrorthriller für leichte Abendunterhaltung (eine TV-Version des Films soll im nächsten Jahr im Fernsehen starten), sondern eine beinharte Nachinszenierung der RAF-Zeit.
Uli Edels Film konzentriert sich dabei auf die Entstehung der RAF ab 1967 und endet mit dem Deutschen Herbst 1977. Hierbei konzentriert sich die Erzählung stark auf die Lebenswege von Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek), sowie die staatlichen Bemühungen unter der Führung vom Präsidenten des Bundeskriminalamtes Horst Herold (Bruno Ganz) die Bedrohung mit allen Mitteln Herr zu werden. Dies endet mit der Gründung der GSG 9.
Die Geschichte beginnt mit den Studentenkrawallen zum Besuch des Schahs von Persien in Berlin 1967, bei denen ein Polizist den Studenten Benno Ohnesorg erschießt. Die politisch vorwiegend links orientierte Studentenschaft, glaubt ein faschistisches Verhalten von Seiten des Staates zu erkennen und beginnt gegen diesen zu rebellieren. Das Verhalten der USA im Vietnamkrieg vertieft die Kluft zwischen den Studenten und ihren Sympathisanten und dem Staat. Nach ersten Protestaktionen (Brandstiftungen), eskaliert die Situation durch das beinahe tödliche Attentat auf Rudi Duschke, dem bekanntesten Wortführer der Studentenbewegung. In Folge dessen entsteht die RAF, lässt sich militärisch ausbilden, begeht Anschläge und finanziert sich durch Banküberfälle.
Die schauspielerische Leistung, die linksradikale, aufmüpfige Einstellung auf die Figuren zu projezieren gelingt den Darstellern mit Bravour. Besonders die Figur von Bruno Ganz (Horst Herold) bildet in dieser hektischen, brutalen, blutigen Realität des "Kampfes" der RAF einen willkommenen, bedachten Pol der Ruhe.
Allerdigns einige wichtige Figuren werden in dem Film nur kurz angerissen, so ist der Auftritt von Alexandra Maria Lara als Petra Schelm nur etwa eine Minute lang. Die Folgen dieses Todes und die dadurch losgetretene Diskussion in Deutschland (Schießausbildung der Polizei) werden gar nicht weiter erwähnt.
Fazit:
Wie denn auch? 150 Minuten Film sind zu einfach zu kurz, um dieses umfangreiche Kapitel deutsche Geschichte auch nur im Ansatz mit Tiefgang zu versehen. Herausgekommen ist ein düsteres "Best of RAF"-Konglomerat, das einem zwar ein paar geschichtliche Zusammenhänge nahebringt, aber dennoch nur die Ausgangsbasis für eine vertiefende Eigenrecherche sein kann/ darf. Für sich allein funktioniert der Film voll und ganz und hat seine obigen Sterne verdient. Als geschichtliches Lehrstück versagt er jedoch leider fast auf ganzer Länge. Bis auf die grundlegenden Zusammenhänge wird dem Zuschauer nicht klar, was genau da jetzt wirklich passiert ist und damit zeigt sich: Die Realität ist so viel komplexer als ein Film dies jemals darstellen kann. "Der Baader Meinhof Komplex" kommt zwar atmospährisch nah an das geschichtliche Erleben einzelner Situationen heran, kann aber die Gesamtheit der damaligen Zeit im Ganzen nur schwer nachstellen - dafür läuft der Film zu kurz.
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45 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein gutgemachter Film mit ernstem Hintergrund, 9. April 2009
Der Baader Meinhof Rummel aus den siebzigern wird hier sehr gut wiedergespiegelt. Die Darsteller erinnern in ihrem äußerem geradezu an die Personen, die sie hier verkörpern. Ein deutscher Film, der sich im internationalen Vergleich nicht verstecken muss, was zahlreiche Nomminierungen und Auszeichnungen beweisen. Die Akteure spielen ihre Rollen, als wären sie dabei gewesen. Das ist deutsches Kino, das an die große Zeit der Filme aus den siebzigern und achtziger erinnert als wir noch gute Themen und hervorragende Regiesseure hatten. Empfehlenswert.
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57 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Düsteres Kapitel deutscher Geschichte auf Top DVD, 18. März 2009
Hier wurde ja schon genug diskutiert über den wunderschönen FSK Aufdruck dieser DVD, aber über die DVD selbst leider viel zu wenig. Ich persönlich finde diese als Flatschen" bezeichneten FSK Aufdrucke auch furchtbar und frage mich echt, ob unsere Politiker sonst keine Probleme haben.
Ich hör auf mich darüber aufzuregen, weil es sinnlos ist, sondern gehe jetzt mal besser auf diese Premium Edition ein. Als ich den Film im Kino sah habe ich schon beschlossen, dass im Falle einer Doppel DVD, diese auch angeschafft wird. Nun habe ich eine knappe Woche diese Edition genau unter die Lupe genommen. Wobei, für den FSK Aufdruck braucht man ja keine Lupe, den kann selbst Stevie Wonder sehen.
Als ich Anfang der 90er Jahre das erste mal "Baader Meinhof Komplex" gelesen habe, war ich fasziniert und abgestoßen zugleich. Stefan Aust hat es geschafft, den Terror der während der RAF Zeit Deutschland im Griff hatte, interessant und aufschlussreich zu Papier zu bringen. Als nun Uli Edel dieses komplexe Werk verfilmen wollte war ich sehr gespannt auf das Ergebnis. Nachdem ich den Film nun einmal im Kino und mittlerweile zweimal auf DVD gesehen habe, muss ich zugeben, dass es mit einigen Abstrichen sehr gut gelungen ist die Geschichte der RAF zu verfilmen.
Stefan Aust hat es in seinem Buch vermieden Partei zu ergreifen und sammelte nur Fakten und Tatsachen. Beim Film stößt es ein klein wenig sauer auf das wirklich jeder Polizist als bösartig und schiesswütig dargestellt wurde. Trotz kleiner Abstriche finde ich die filmische Umsetzung großartig. Ich fühle mich wieder bestätigt mit meiner Aussage dass die besten Filme aus Deutschland diejenigen sind die sich mit deutschen Themen beschäftigen. Wir müssen bei uns nicht versuchen Hollywoodkino zu kopieren, denn das geht sowieso nicht gut, aber wenn es um deutsche Geschichte geht gab es in den letzten Jahren genug großartige Filme. Da braucht man nur an Filme wie "Stalingrad", "Comedian Harmonists", "Das Leben der Anderen", "Der Untergang" oder nun auch "Der Baader Meinhof Koplex" zu denken.
Manche werfen dem Film zuviel Action vor, was sicher stimmt, aber was wäre denn gewesen wenn über 140 min nur Dialoge den Film bestimmt hätten. Die RAF war eine Terror Organisation und es gab ja auch genug Anschläge und Verbrechen.
Die Besetzung des Films finde ich absolut genial, Moritz Bleibtreu als Andreas Baader und Martina Gedeck als Ulrike Meinhof sind großartig. Der Star des Film ist für mich aber ganz klar Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin. Wobei hier sowieso ein Großteil der deutschen Schauspielerriege vor der Kamera stand und es hat den Anschein als wollte jeder irgendwie dabei sein.
Die Premium DVD kommt als stabiles Digi-Pack daher. In einer Papphülle steckt das aufklappbare Digi-Pack. Darin ist auch alles in roten Tönen gehalten und ich sag es gleich vorab, auch wenn man den Schuber rauszieht befindet sich darauf auch wieder gut sichtbar das FSK Logo. Es gibt ein kleines Booklet, das nur die Hauptdarsteller zeigt und darunter stehen die jeweiligen Filmographien. Auf der ersten DVD befindet sich der Hauptfilm und ein ganz kurzes Featurette über die Dreharbeiten. Das ist aber noch nicht der Rede wert, den richtig sattes Bonusmaterial findet sich auf der zweiten DVD. Es sein noch anzumerken das die Bildqualität sehr gut ist aber der Ton bereitetet zumindest mir ein paar kleinere Probleme. In den Actionszenen ist der Ton sehr laut und dann bei folgenden Dialogszenen sehr leise, somit musste ich recht oft lauter oder dann wieder leiser stellen.
Die zweite DVD ist für mich mit das Beste was ich bis jetzt an Bonusmaterial gesehen habe. Sehr informativ gibt es dort Berichte und Interviews zu der Entstehung des Films. Stefan Aust gibt einen sehr guten Einblick in die Geschichte der RAF. Dazu kommen Berichte über die Umsetzung der 70er Jahre im Film, die Musik, die Schauspieler und vieles mehr. Ich habe insgesamt glaube ich über 150 min Dokus und Berichte zu einem faszinierenden Film gesehen. Auf der ersten DVD gibt noch den Trailer zu "Das Parfum" und "Der Untergang".
Für mich ein großartiger Film auf einer absolut würdigen DVD. Ich bin sonst kein großer Fan von Bonusmaterial, aber hier ist die Anschaffung der Doppel DVD schon fast ein Pflichtkauf.
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