Wenn man sich zweimal die Woche den Bart stutzt, dann verrichtet er seine Arbeit einwandfrei. Aber wehe, man läßt mal drei Wochen ins Land ziehen, und will dann das Gestrüpp kürzen: idF muss man mehrfach über alle Stellen gehen, damit man alle Haare gleichmäßig erwischt.
Das Handling ist gewöhnungsbedürftig: er schneidet nur in einem sehr engen Winkelbereich exakt (gemeint ist der Winkel zwischen Haut und Plastikführung, ich schätze ca. 15 Grad). Das fällt vor allem auf, wenn man den Bart auf die kürzeste Einstellung stutzt. Die angegebenen 0,5 Millimeter erreicht er aber, und schneidet sie exakt und sauber ohne Rupfen. Scharf ist er also. Er schneidet auch problemlos andere Haare, ich hörte auch aus der Damenwelt keine Klagen über ihn.
Man behandle ihn nicht ruppig, denn er besteht aus 100 Prozent Plastik (die Klingen und das elektrische Innenleben ausgenommen). Einen Sturz ins Waschbecken traue ich ihm nicht zu. Dafür ist er sehr leicht, ich war über das geringe Gewicht erstaunt.
Akku- und Netzbetrieb sind möglich. Die Ladezeit des Akkus beträgt 16 Stunden, was mMn immens lang ist. Mit dieser Ladung rasiert er dann so an die 30 bis 40 Minuten. Wichtig: den Akku dreimal richtig durch- und entladen, damit er auf die volle Kapazität kommt (wie bei NiMH-Akkus üblich). Das Netzteil bleibt relativ kühl, was auf einen guten Wirkungsgrad schließen lässt. Das Netzkabel ist ausreichend lang.
Zur Reinigung: Die Klingen lassen sich unter Wasser abspülen, was idR reicht, um das Gerät sauber zu bekommen. Zur Generalreinigung lassen sich die Klingen abnehmen, was sich unproblematisch gestaltet. Ansonsten ist das Gerät nicht (!) wasserfest.
Eine Reinigungsbürste liegt bei. Es ist noch eine 7 Millimeter-Klinge dabei, mit der man wohl, als Vertreter des eitlen Geschlechts, Rasur-Kunststücke (Konturen und Pfade fräsen) vollführen kann und soll. Wer's braucht...
+++ Nachtrag +++
Mittlerweile habe ich das Gerät schon einige Zeit, und es hat sich bewährt. Die Akkulaufzeit ist hinreichend lang, um nicht zum Ärgernis zu werden: nach ca. 15 bis 20 Rasuren muss er wieder für ca. 16 Stunden ans Ladegerät. Leider schaltet das Ladegerät nicht ab, wenn der Akku voll ist. Man sollte ihn also allerspätestens wieder vom Ladegerät trennen, wenn der BaByliss spürbar warm wird. Ich selbst benutze zum Laden eine Zeitschaltuhr, damit die Akkus nicht überladen.
Da ich mich mit der Scherführung überhaupt nicht anfreunden konnte, habe ich sie komplett entfernt. Die Handhabung hat sich dadurch extrem verbessert: man muss nun bei weitem nicht mehr so streng auf den Winkel achten, mit dem man das Gerät an der Haut ansetzt. Die feststehenden Klingen stehen genau die gewünschten 0,5 Millimeter über dem beweglichen Scherblatt.
Mit entfernter Scherführung kann man ihn auch besser sauber halten: einfach unter einen Wasserstrahl halten, schon ist er sauber (Bei jedem Ladevorgang bekommt er von mir eine Generalreinigung mit der beiliegenden Bürste). Falls man doch längere Schnitte haben will: die Scherführung ist binnen einer Sekunde montiert und demontiert (für z.B. Augenbrauen).
Fazit: ein gutes Gerät, wenn man mindestens zweimal pro Woche stutzt. Längere Schnitte kann er auch, aber dann muss man mehrfach drüber, bis die Länge überall passt. Zudem ist mit aufgesetzter Scherführung genau auf den Winkel zu achten, mit dem man ihn ansetzt.
+++ Nachtrag II +++
Nach über acht Monaten Gebrauch (regelmäßig ca. alle drei Tage) hat sich das oben Genannte bestätigt. Die Schärfe der Klingen hat etwas nachgelassen (sollte ich es in Zahlen ausdrücken würde ich "fünf Prozent" wählen). Aber das ist bei einem Schneider in dieser Preisklasse nicht anders zu erwarten. Die Akkukapazität scheint unverändert. Zur Scherführung: ich benutze sie fast nicht, nur jeden Monat einmal kurz, ansonsten liegt sie im Schrank. Bisher ist sie nicht - wie vielfach von anderen Benutzern berichtet - spontan kaputt gegangen. Wäre nicht die nahezu unbrauchbare Scherführung, so hätte der BaByliss von mir vier Sterne bekommen. Aber ich brauche sie nicht (ich stutze sowieso immer auf 0,5 Millimeter herunter), und bleibe deshalb bei drei Sternen. Würde ich sie brauchen, so wären es sicherlich nur Zwei.