Ich wollte meiner vielseitig interessierten Tochter zum 10ten Geburtstag auch den Einblick in den Mikro-Kosmos ermöglichen. - Meine Frau hatte diese tolle Idee.
Nach Studium der einschlägigeb Foren und Webseiten der Vereine habe ich mich für ein Stereo-Mikroskop entschieden, weil die Altersempfehlung aller Experten für ein "richtiges Mikroskop" bei "ab 16" lag. Na ja, "ab 16" ist vielleicht etwas übertrieben, aber "nicht unter 12" für ein Mikroskop mit 600-facher Vergrößerung ist sicher richtig. Da fehlt den kleinen Forschern noch die Vorstellung bzw. das Verständnis für das, was man da eigentlich sieht.
"Nicht unter 14" gilt zumindest für Präparierbesteck und Mikrotom, ohne die man ein "richtiges" Mikroskop nicht sinnvoll verwenden kann.
Das Bresser war unter den "professionellen" das billigste und machte in allen Beurteilungen eine gute Figur. Dem kann ich nichts hinzufügen:
+ Es ist leicht zu bedienen.
+ Mechanisch robust.
+ Sieht auch noch hochwertig aus und fühlt sich gut an.
+ Preis/Leistung: perfekt.
Es ist kein weiteres Zubehör dabei - wie Pipetten, Chemikalien, Besteck oder ähnliches. Das muss separat beschafft werden. Dennoch - die Verarbeitung und Ausstattung des Gerätes rechtfertgen den Preis vollständig. Da bietet sich ein Experimentierkasten oder wirklich professionelles Werkzeug als Ergänzung an. Den Experimentierkasten gibt es beispielsweise von Bresser oder Kosmos oder ... für etwa ¤20,-
Alles in allem kein ganz billiges Vergnügen für ein "Kindergeschenk". Wenn man bedenkt, dass ein solches hochwertiges Instrument dann bis zum Abi bzw. weit ins Studium genutzt werden kann, ist es auch wieder OK.
Meine 10-jährige Tochter kam sehr schnell damit klar. Auch meine beiden kleineren Töchter (8 und 6) hatten ihren Spass dabei, die Welt mal durch das Mikroskop zu sehen.
Ein befreundeter Junge, der selbst auf einem Kindercollege bereits Erfahrung mit Mikroskopie hatte sammeln dürfen (einem "richtigen"), war absolut beeindruckt von den tollen 3-dimensionalen Eindrücken, die mit einem Stereomikroskop möglich sind. Die beiden hatten einfach eine tote Motte unter das Mikroskop gelegt. Das, was er bisher unter einem Mikroskop gesehen hatte, war im Vergleich total langweilig.
Normalerweise wird ein Stereomikroskop ein "normales" Mikroskop eher ergänzen als ersetzen. Vergrößerungen von 80-fach reichen nicht aus, um das Innere einer Zelle zu sehen oder die genaue Zell-Struktur übersichtlich zu vergrößern.
Für hochauflösende Details reichen die Vergrößerungen nicht aus. Die Vergrößerung reicht bei der Beobachtung eines Zwiebelhäutchens beispielsweise nur aus, um zu sehen, dass es sich um einen Verbund aus kleinen Zellen handelt. Für's Erste reicht das aber.
Für Kinder als Einstieg und für die "Lust an der Forschung" finde ich dieses Instrument ideal.
Alles in allem: 5 Sterne.