Schwierig schwierig...ich fange mal weiter vorne an. Ich bin durch das Space Night Album Perry Rhodan 40th Anniversary (In der Reihenfolge müsste es Album Nr. 7 sein) das erste Mal mit dieser Reihe in Kontakt gekommen. Diese geniale Mischung aus Ambient-Sounds mit elektronisch wie auch teils akustisch angehauchtem Anteil hat mich rasch schwer infiziert, und mittlerweile bin ich im Besitz der Alben 5,6,7,8 & 9, die ich durchweg superb finde, wobei das siebte Album quasi als Einstiegsdroge fungierte und dadurch einen gewissen Bonus inne hat (was in keinem Fall heißt, dass die anderen Alben irgendwie schlechter wären, meiner Meinung nach halt nur das eine Mal etwas akustischer und ruhiger gehalten (Album 6), dann mal etwas rythmus-betonter (Album 9) oder elektronischer (Album 5), Album 8 ist eine sehr gekonnte Mischung aus allem, ähnlich Album sieben). Als ich nun mitbekam, dass die Space Night-Reihe fortgeführt würde, war ich natürlich sofort Feuer und Flamme. Da ich bisher wie oben beschrieben von keinem Album, was ich mir aus dieser Reihe zugelegt hatte, enttäuscht worden bin, hab ich dann zugegriffen, konnte es oh Wunder kaum abwarten, den Klängen des neuen Doppel-Albums zu lauschen und war hoch erfreut, als es bei uns eintrudelte.
Also rinn in den CD-Player, aufs Sofa gepflanzt, Lauscher auf Empfang gestellt und........schwierig schwierig. Kam es bei den anderen Space Nights vor, dass mir pro Doppelalbum vielleicht mal zwei, wenn es wirklich hoch kommt, drei Stücke nur eingeschränkt zusagten, waren es hier das ein oder andere mehr, und ich hatte mir die zweite CD noch gar nicht zu Gemüte geführt. Während ich CD 1 fast am Stück durchgehört hatte (drann bleiben, die Hoffnung stirbt zu letzt), skippte ich die zweite eher nur noch durch, in die Lieder ein bis zwei Minuten reinhorchend, und war am Ende erstmal ziemlich enttäuscht. Sollte dieses Album in meinen Augen der erste Ausrutscher beim Griff nach einer Space Night sein?
Aber ich gab ihr noch eine Chance, und mit jedem Mal, mit dem ich diesen beiden CDs lauschte, wuchs das Empfinden, vielleicht doch keinen so miesen Kauf gemacht zu haben.
Nun zu meinen persönlichen Kritikpunkten: Vorab will gesagt sein, dass dieses Album bei mir nicht sofort gezündet hat, was bei den anderen Alben eindeutig besser funktionierte. Hier ist oftmaliges Hören angesagt, um die wirklichen Stärken dieser Space Night zu erfahren.
Was auffällt ist, dass von den großen Namen in diesem Business (üNN, Aural FLoat, JFC, Amphotic, Index ID, Pascal FEOS und wie sie alle heißen) kaum einer vertreten ist. Von Chris Zippel ist der letzte Track auf CD 2, der auch einen der mit Abstand stärksten auf dieser Compilation darstellt.
Einer der Aneckpunkte meinerseits ist, dass mir diese Space Night eindeutig zu akustisch gehalten ist, ich liebe zwar die Abwechslung der anderen Alben, so ist mir aber der elektronisch-synthetische Klanganteil auf dem aktuellen Album eindeutig zu gering. Das Verhältnis stimmt nicht, weniger "Akustik" wäre hier mehr gewesen.
Weiter habe ich das Gefühl, dass mancher Track zu voll gepackt wurde mit Instrumenten. Begeisterten so manche Tracks älterer Space Nights mit ihrer spärlicheren Instrumentalisierung, wirken hier manche Songs etwas überfrachtet (z.B. die Songs Nummer 7 oder 9 auf CD 1, keine schlechten Tracks, aber es wuselt mir doch zu viel darin herum). Dadurch wirken diese Tracks auch lauter in ihrer akustischen Wahrnehmung, ich kann die anderen Space Nights durchaus auch lauter sehr gut hören, was mir hier schwerer viel.
Dazu bin ich unter dem Gesichtspunkt einer Chillout-CD nicht wirklich angetan von Tracks, auf denen gesungen wird, fordern diese doch automatisch mehr akustische Aufmerksamkeit, dass "Chillen" und Abschalten beim Hören fällt schwerer, wobei es hier auch auf die Machart ankommt. Jedenfalls sind dadurch die Stücke von "No Logo" (CD 2) oder "Vargo feat. Dan Millman" (CD 1) nicht unbedingt was für mich.
Fand ich ihn auf anderen Space Night- CDs gut, bin ich vom Song Naoki Kenjis' auf diesem Album enttäuscht. Auch mit Gesang, der zwar melodisch zum Lied selber passt, aber auf japanisch??? Ich jedenfalls kam mir beim Anhören recht albern vor, das hatte was esotherisches. Nicht mein Fall.
Der ein oder andere Beitrag zu diesem Album ist mir zu eintönig (da wären unter anderem die Nummer 4 auf CD 1 von Sinan Mercenk zu nennen). Kurze Melodiephrasen, die simpel wiederholt werden. Es findet mir zu wenig Aufbau / Entwicklung in desen Stücken statt. Dadurch hört man sich ziemlich zügig an ihnen satt.
Was mir persönlich geholfen hat, an diesem Album (auch jetzt noch) immer ein wenig mehr Gefallen zu finden ist, mich ein bisschen vom "Space Night-Gedanken" zu lösen, diese Scheibe nicht unbedingt unter diesem Gesichtspunkt zu hören. Eher als eine gute ChillOut/Ambient-Compilation mit dem Schwerpunkt mehr auf akustischen denn auf elektronischen Klängen. Des weiteren das oben bereits genannte häufigere Hören der CDs, was den Zugang zu manchen Stücken immer mehr erleichtert.
Mir beim Zuhören auf Anhieb sehr positiv aufgefallene Tracks sind "Aurora Dub" von Larry Rhodan, "Tribute to Dirty Harry" von Alexander Metzger (klingt richtig nach Space Night), "A La Luna" von Florzinho, natürlich "Surface" von Chris Zippel, um mal ein paar zu nennen.
Schlussendlich will ich noch anmerken, dass diese Rezension auf meinen persönlichen Neigungen und Vorlieben und meiner persönlichen Meinung basiert.
Sofort nach dem ersten Hören hätte ich dieser Space Night wohl nur maximal 2 Sterne gegeben, inzwischen hat sich meine Einschätzung auf immerhin 3 Sterne "heraufgehört", die ich hier auch vergebe. Es kann natürlich durchaus sein, dass ich irgendwann sogar bei 4 Sternen ankommen würde, aber das muss sich erst mal herausstellen und die Zeit mit sich bringen.
Diese Rezension wirkt möglicherweise zu lang und mit zu viel Gemecker, mir war es jedoch von Wichtigkeit, Gründe und Beispiele für meine Einschätzung anzuführen.
Als knappes Fazit lässt sich zu der neuen Space Night-Ausgabe sagen, dass sie beim Hörer mit der Zeit heranreift und immer mehr preisgibt.