Zunächst einmal sollte man sich im klaren sein, dass ein E-Book-Reader kein Tablet ist. Das Gerät ist dazu da, um unspektakulär Bücher durchzulesen. Manche Geräte bieten zwar noch zusätzliche Funktionen, dadurch dass ein E-Ink-Display aber nun mal nicht sehr schnell ist, ist das eher ein Bonus von dem man momenten noch nicht zuviel erwarten sollte. Wer sich mit dieser Einstellungen einen E-Book-Reader kauft, der wird nicht enttäuscht werden. Alles was es im ePub-Format gibt, ist für einen E-Book-Reader optimal, bei PDF-Dateien ist halt die Frage ob sie nicht eventuell ein größeres Bild benötigen. D.h. Zeitschriften oder Comics im PDF-Format würden nur bei einem sehr großen Bild einen Sinn ergeben.
Nun zum Bookeen Cybook Opus (perle):
Ich bin sehr positiv überrascht und hätte mir nicht gedacht, dass es so viel Spaß macht Bücher damit zu lesen. Dadurch dass das Gerät angenehm in der Hand liegt ist es wirklich praktischer als ein Buch. Außerdem ist man automatisch auf der passenden Seite wenn man ein bereits angefangenes Buch aufmacht. Die Tasten funktionieren leise und das ist sicher auch ein wichtiger Punkt wenn man neben schlafenden Personen lesen möchte. Das grüne Licht bei Ladevorgängen ist hier dezent genug. Ob man ein größeres Display benötigt oder dieses hier ausreicht ist wohl Geschmackssache, ich war aber auch hier angenehm überrascht. Trotz mittelgroßer Schrift ist genug auf dem Text um nicht dauernd blättern. Man liest ja ohnehin nie durchgehend ohne mal kurz zu pausieren, aber auch hier ist der Blättervorgang für mich schnell genug um nicht zu stören. Die klare Schrift kann ich selbst ohne Brille noch gut lesen. Überhaupt ist dieses Gerät sehr angenehm für die Augen - ganz klar besser als ein Tablet oder Computer-Monitor. Das Display selbst ist sehr gut entspiegelt, wichtig ist auch dass der Rahmen rundherum nicht zuviel spiegelt - da habe ich in den Geschäften schon Geräte gesehen wo das sicher stört.
Im Gegensatz zu anderen E-Book-Readern bietet Bookeen eine Option, die mir bei vielen anderen Geräten abgeht: Man kann die Seiten blättern ohne dass das Bild schwarz blinkt. Das empfinde ich nämlich als störend. Unter "Erweitert - Blinkender Bildaufbau" lässt sich die Art des Bildaufbaus auswählen. Wenn er nicht blinkt, dann bleibt allerdings manchmal etwas von der vorigen Seite leicht sichbar. Das empfinde ich nicht als störend, so lange es sich nicht um ein Bild handelt. Neuere Booken Geräte (Orizon oder Odyssey) bieten hier die Möglichkeit, nur alle x Seiten einen blinkenden Bildaufbau zu machen um das Bild hin in wieder doch sauber zu löschen. Das wäre wohl das Optimum, geht aber am Opus leider nicht.
Bücher mit abgelaufenem Urheberrecht gibt es jede Menge gratis. Bei Projekt Gutenberg, oder bei Amazon selbst. Auch bei Google Books, wobei der Opus hier für Bücher mit Frakturschrift dann doch eine Spur zu klein ist. Eine gute Software um Bücher zu übertragen ist Calibre. Hiermit lassen sich auch Internet-News für den Offline-Gebrauch auf den Reader bringen, auch freie Amazon-Bücher kann man damit als ePub übertragen.
Möchte man hingegen Amazon-eBooks kaufen, dann werden diese einen DRM-Schutz haben und lassen sich schwieriger auf das Gerät bringen bzw. brauchen eine spezielle Firmware. Ich sehe darin allerdings einen Vorteil, weil man nicht an einen gewissen Händler gebunden ist und auch eine miroSD-Karte einlegen kann. Es empfiehlt sich sicher auf die neueste Firmware upzudaten - dazu braucht man allerdings eine microSD-Karte die nicht beiliegt.
Fazit: Ich bin vom Cybook Opus sehr positiv überrascht und nutzte es auch zum lesen der News. Wer mehr Firlefanz will, wird sich wohl eher mit einem Tablet anfreunden, wer unspektakulär Bücher lesen will der wird mit so einem Gerät zufrieden sein, schont seine Augen und hat einen Akku derlänger hält.