Das Cover des Bildbandes zeigt natürlich sofort, worum es hier geht: um die weibliche Brust, um die üppige Brust oder - wie der Amerikaner sagt: um Boobs.
Die weibliche Brust galt in der Vergangenheit als Sinnbild der Weiblichkeit, der Fruchtbarkeit und der Mütterlichkeit. In der heutigen Zeit ist die nackte Brust auch erotischer Werbeträger und begehrenswertes Lustobjekt geworden. Da können prachtvolle Oberweiten - wie der Buchtitel verrät - schon zu einer richtigen Manie, zur liebenswerten Boobmania werden. (Beatlesmania lässt grüßen.)
Kein Wunder also, dass sich Fotografen immer wieder der Aktfotografie, speziell den attraktiven weiblichen Rundungen widmen. In dem opulenten Bildband "Boobmania" der Zürcher Edition Skylight versuchen sich 40 international anerkannte Fotografen an diesen Vollblutfrauen, die mit ihren verführerischen Formen eine magische Anziehungskraft ausüben.
Durch die unterschiedliche Bildsprache und den persönlichen Blickwinkel der einzelnen Fotokünstler ist eine fotografische Vielfalt der weiblichen Schönheiten und ihrer Super-Attribute entstanden, die den Betrachter zum Staunen und Schwärmen einlädt. Während der eine Fotograf den klassischen Akt bevorzugt, sucht der andere die außergewöhnliche Pose.
So lichtet der amerikanische Fotograf Michael S. Troop seine Models sowohl im Studio wie an verschiedenen Aufnahmeorten auf natürliche Art ab, um ihre Schönheit hervorzuheben. Magnus Stockhardt aus Deutschland hat sich dagegen auf Gothic-Erotic bis weit in den Bereich der Fetisch- und SM-Fotografie spezialisiert. Insgesamt überwiegen zwar die Farbaufnahmen, aber zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos beweisen, dass sie der Erotik einen besonderen Reiz verleihen.
Alle vierzig Fotografen, die auch mit einer zweisprachigen (engl./dt.) Kurzvita vorgestellt werden, eint jedoch die Verehrung für die Frauen, denn mit ihren wohlproportionierten Körpern hören sie niemals auf, den Künstler immer wieder zu verführen.
Aber nicht allein die Palette der Fotografen macht die Variationsbreite des Bildbandes aus, in erster Linie sind es die Models. Es sind keine magersüchtigen Topmodels aus den Hochglanzmodemagazinen oder Pornostars aus den einschlägigen Herrenmagazinen - es sind meist natürliche Mädchen und Frauen mit einer erotischen Ausstrahlung ... und einer gewissen Körbchengröße.
Die 400 Seiten sind ein wahres Boobs-Schlaraffenland: ob "Fine Breast" oder "Big Naturals" ... die Models zeigen ihre prallen Reize offenherzig und unkompliziert. Und diese erotische Spannung spürt der Betrachter auf jeder Seite. "Boobmania" ist nicht nur eine Parade der vollbusigen Frauen sondern gleichzeitig ein ausgezeichneter Bildband.
Manfred Orlick