Es beginnt mit Gerichtsvollzieher! Ich muss Ihr Hab und Gut pfänden! und endet mit
Loslassen! Ich bin Gerichtsvollzieher! Das sagen sie alle!
Dazwischen liegen nur wenige Bilder, aber der sehr steile Fall eines angesehen Mitbürgers.
Olle Berg erzählt kleine Geschichten, in denen Phantasie und Wirklichkeit eine vielversprechende Verbindung eingehen und die von einem herzerfrischenden Pragmatismus zeugen. Bei Dialogen wie Mein Pulli juckt wie verrückt beim Ausziehen... und Sollen wir mal rüber zur Müllverbrennungsanlage? Oder sollen wir lieber nur so rumstehen? Ja, das wäre cool! kommt auch in einem Strip über das erste Date keine falsche Romantik auf.
Plausibel erschient auch die Studie über einen harmlosen kleinen Jungen, der ein Zimmer betritt, worauf sich in der Folge Vasen, Bilder und Bücher, angefeuert von einem Ball, gleich selber von den Wänden schmeißen. Natürlich stößt er mit seiner Schilderung des Hergangs bei seiner Bezugsperson nur auf Unverständnis. Und das soll die Mama glauben? lautet da die misstrauische Frage der zu Recht- entgeisterten Mutter.
Stilistisch lehnt sich Berg stark an den expressiven Kubismus an und unterstreicht damit die Universalität seiner Aussagen.
Hier wird Wirklichkeit bis zur Kenntlichkeit verzerrt und wird uns sowohl zum Spiegel, als auch zur guten Unterhaltung. Ich finde, als Leser/in kann man damit sehr zufrieden sein.